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Gehalt, Akkordlohn, Provision – Entgelt für Arbeitnehmer

Rechtstipp vom 04.03.2018
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Rechtstipp vom 04.03.2018
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Im Arbeitsrecht streiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer oft über Geld: über den Arbeitslohn, Gehaltszahlungen oder die Auszahlung der Überstunden. Streit um Arbeitsentgelt gehört neben Kündigungsschutz und Streit über das Arbeitszeugnis zu den häufigsten Verfahren vor deutschen Arbeitsgerichten.

Hat Ihr Arbeitgeber das letzte Gehalt noch nicht gezahlt oder muss er noch Überstunden abgelten? Sie fragen sich, was Ihr Arbeitgeber Ihnen überhaupt bezahlen muss? Antworten auf Ihre Fragen zum Thema „Entgelt“ im Arbeitsverhältnis finden Sie in diesem Beitrag! 

So entsteht der Anspruch auf Arbeitsentgelt 

Gehalt, Arbeitslohn und alle anderen Arten von Lohnzahlungen im Arbeitsverhältnis nennt der Jurist „Arbeitsentgelt“. Dieses Geld bekommt der Arbeitnehmer als Gegenleistung für seine Arbeit – je nach Arbeitsverhältnis hat das Arbeitsentgelt nur einen anderen Namen.

Je nach Tätigkeit ist dann im Arbeitsvertrag die Rede von Stundenlohn, Monatslohn, Akkordlohn, Provision, Honorar oder Prämie. In manchen Betrieben „bezahlen“ Arbeitgeber die Arbeitsleistung aber auch teilweise statt in Geld mit Sachleistungen, wie z. B. mit Tank- oder Gastronomiegutscheinen. 

Auch die private Nutzung des Dienstwagens, Rabatte bei eigenen Produkten oder aber die Bereitstellung einer Wohnung sind Arbeitsentgelt in Form eines Sachbezugs.

Sobald man die arbeitsvertraglich geschuldete Arbeit erbringt, hat man als Arbeitnehmer einen Anspruch auf das vereinbarte Arbeitsentgelt. Ist nichts anderes im Arbeitsvertrag vereinbart, ist der Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet in Vorleistung zu gehen. Der Arbeitgeber muss das Arbeitsentgelt erst nach Erbringung der Arbeit zahlen.

Wie viel Entgelt steht mir zu? (Mindestlohn)

Geht es um die minimale Höhe von Arbeitsentgelt, gilt seit 01.01.2015 das sog. Mindestlohngesetz. Dieses Gesetz sichert allen Arbeitnehmern einen Mindestlohn von nunmehr 8,84 Euro zu. Steht in einem Arbeitsvertrag ein geringerer Arbeitslohn als der Mindestlohn, ist diese Entgeltvereinbarung unwirksam.

Folge davon ist, dass dem Arbeitnehmer die gesetzlich vorgeschriebene übliche Vergütung zu zahlen ist. Außerdem ist so ein Verhalten des Arbeitgebers gesetzeswidrig und wird als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Wer einen geringeren Lohn als den Mindestlohn zahlt, muss mit Geldbußen von bis zu 500.000 EUR rechnen.

Wann muss der Arbeitgeber Überstunden ausbezahlen? 

Der Arbeitgeber muss die Überstunden auszahlen, die er angeordnet hat. Das bedeutet: Arbeitet man freiwillig mehr, als man nach dem Arbeitsvertrag schuldet, kann man die Auszahlung der Überstunden nicht verlangen.

Wie viel Geld man für die Überstunden ausgezahlt bekommt, richtet sich nach dem vereinbarten Gehalt. Gibt es keine Vereinbarung zur Auszahlung der Überstunden im Arbeitsvertrag, ist im Normalfall das zu bezahlen, was auch sonst als Gehalt (z. B. pro Stunde) gezahlt wird. Andernfalls ist die übliche Vergütung zu zahlen.

Tipp: Wenn Sie Überstunden machen, lassen Sie sich das vom AG bestätigen bzw. gegenzeichnen. So ist im Streitfall besser nachweisbar, wann und wie viele Überstunden angefallen sind! 

Welche Zahlungen aus dem Arbeitsverhältnis gibt es noch?

Neben dem Arbeitsentgelt oder der Bezahlung der Überstunden hat ein Arbeitnehmer auch Anspruch auf eine Bezahlung während des Urlaub. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, dem Arbeitnehmer seinen Arbeitslohn vor Urlaubsantritt zu zahlen.

Das Gesetz gibt Arbeitnehmern außerdem in privaten Verhinderungsfällen einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Derartige Verhinderungsgründe sind zum Beispiel die eigene Hochzeit, Arztbesuche, die Betreuung kranker Kinder oder Todesfälle in der Familie. Der Arbeitgeber ist in solchen Fällen verpflichtet, seinem Arbeitnehmer – auch kurzfristig – freizugeben und trotzdem das Gehalt zu zahlen.

Fazit 

Streit über Arbeitslohn, Gehalt und Überstunden ist oft unnötig. Denn was und wie viel einem Arbeitnehmer an Zahlungen aus dem Arbeitsverhältnis zusteht, ergibt sich meist sehr klar aus dem Arbeitsvertrag und dem Gesetz: Geleistete Arbeit muss so bezahlt werden, wie es vereinbart ist. Zahlt der Arbeitgeber nicht, ist eine Lohnklage oft der richtige Weg.

Haben Sie zu wenig Gehalt bekommen? Wurden Ihre Überstunden nicht ausgezahlt? Lassen Sie sich deshalb anwaltlich beraten! Wir helfen, Ihre Ansprüche durchzusetzen! Kontaktieren Sie uns für ein kostenloses Erstgespräch. 


Rechtstipp aus der Themenwelt Lohn, Gehalt und Tantiemen und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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