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Geringfügig Beschäftigte (400,00 €-Jobber / Minijobber) sind auch Arbeitnehmer

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Lohnansprüche, Kündigungsschutz und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Geringfügig Beschäftigte (400,00 €-Jobber / Minijobber) sind auch Arbeitnehmer. Manchmal habe ich den Eindruck aus der Praxis, dass dies vielen nicht bewusst ist. Dies gilt für Arbeitgeber, als auch für die Minijobber selbst.

Der Minijobber hat Anspruch auf den Mindestlohn. Bei Arbeit auf Abruf, muss der Arbeitgeber mindestens drei Tage vorher und pro Tag 3 Stunden abrufen, bzw. bezahlen.

Es sei denn, es ist arbeitsvertraglich eine konkrete Arbeitszeit vereinbart. Wenn dies nicht der Fall ist, so greift eine neue Vermutung, die von 20 Stunden die Woche ausgeht. Der Gesetzgeber hat dabei übersehen, dass in Verbindung mit dem Mindestlohn bei 20 Stunden pro Woche die Entgeltgrenze von 450,00 € monatlich überschritten wird. 

Viele Arbeitgeber haben im Rahmen der Coronakrise einfach ihre Minijobber nicht mehr eingesetzt und in der Folge auch überhaupt nicht mehr bezahlt. Eine Kündigung ist überwiegend nicht erfolgt.

Liebe Arbeitnehmer: Dies ist nicht zulässig! Auch Minijobber haben arbeitsrechtliche Ansprüche! 

Für diese gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie für andere sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Die Tatsache, dass für Minijobber kein Kurzarbeitergeld gezahlt werden kann, bedeutet nur, dass der Arbeitgeber es zahlen muss. Es gibt hier den Irrglauben, dass die Minijobber einfach gar nichts erhalten. 

Bei einer Kündigung des geringfügig Beschäftigten gilt: Genauso wie einem ganz normalem Vollzeitbeschäftigten, steht auch einem Minijobber eine Kündigungsfrist zu, sowie der arbeitsvertraglich zugesicherte Lohn. Außerdem erhält der Minijobber auch Urlaub und im Falle der Kündigung Urlaubsabgeltung, sowie im Falle einer Erkrankung, Entgeltfortzahlung für sechs Wochen. Nur Krankengeld erhält er nicht. 

Beschäftigt der Arbeitgeber mehr als zehn Arbeitnehmer, greift ferner auch das Kündigungsschutzgesetz, sodass auch eine Sozialauswahl erfolgen muss. 

Und während einer coronabedingten Krankheitsphase hat der Minijobber einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Dies ist in § 3 Abs. 1 EntgFG (Entgeldfortzahlungsgesetz) geregelt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den regelmäßigen Verdienst in der geringfügigen Beschäftigung auch für einen Zeitraum von sechs Wochen weiterzuzahlen.

Bei einer Quarantäne des Arbeitnehmers, erhält der Arbeitgeber eine Entschädigung vom der zuständigen Behörde. Wie bei allen anderen Ansprüchen gegenüber Behörden, muss ein Antrag gestellt werden.

Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!

Ihre Rechtsanwältin

Renate Roos


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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