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Gesetzliche Betreuung: Wann wird sie notwendig und wer macht das?

Rechtstipp vom 05.07.2018
(6)
Rechtstipp vom 05.07.2018
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Wenn Sie aufgrund von z. B. Altersdemenz, Depressionen oder Alkoholismus nicht mehr imstande sind, Ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, ist eine Betreuung notwendig. Diese Problematik mit den damit verbundenen Sorgen ist zunehmend zu beobachten, da die Menschen in Deutschland immer älter werden. Die Frage, was ist, wenn Sie kein selbstbestimmtes Leben mehr führen können oder Hilfe im Alltag benötigen, rückt immer mehr ins Bewusstsein.

Hilfe benötigen

Bei Kindern sind die Eltern da, wenn sie nicht für sich sorgen können. Bei Volljährigen, die nicht (voll) geschäftsfähig sind, ist das ein Betreuer. Dies meint, dass Sie aufgrund von Schicksalsschlägen nicht mehr in der Lage sind, Ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, und z. B. Ihre geistigen Kräfte nachlassen. Meist wird ein Angehöriger vom Gericht gefragt, ob er die Betreuung übernimmt. Sie können natürlich auch selbst frühzeitig festlegen, wen Sie als Betreuer einsetzen wollen. Es gibt dabei die Möglichkeiten der Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht.

Betreuungsverfügung

Bei einer Betreuungsverfügung legen Sie lediglich den Betreuer fest, aber dies ist noch nicht rechtsverbindlich. Das Gericht entscheidet, ob dieser „Betreuer“ eingesetzt oder abgelehnt wird. Ist ein Betreuer festgelegt, wird dieser ständig vom Gericht überwacht.

Vorsorgevollmacht

Wollen Sie verhindern, dass das Betreuungsgericht einen Betreuer bestellt, und sind Sie noch in der Lage, das zu regeln: Legen Sie durch eine Vorsorgevollmacht selbst Ihren Betreuer fest. Diese Vollmacht ist mit der Unterschrift wirksam und schließt eine gerichtliche Betreuung aus. Damit betrauen Sie eine andere Vertrauensperson mit Ihren Angelegenheiten. 

Große Verwirrung besteht darin, dass auch durch eine Betreuungsverfügung der Betreuer rechtsverbindlich bestellt werden kann. Daher sollten Sie sich umfassend beraten und sich die Unterschiede klar aufzeigen lassen. Hierfür stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Keine Vollmacht: Betreuung von Amts wegen

Wenn man selbst keine Vorsorge getroffen hat und es nicht mehr kann, dann bestellt das Gericht eine Betreuung. Findet sich niemand, wird ein Berufsbetreuer festgelegt, der in regelmäßigen Abständen Rechenschaft über seine Tätigkeit ablegt, z. B. Vorlage der Belege für Ausgaben für den Betreuten.

Betreutes Aufgabengebiet

Dabei ist der Gesundheitszustand ausschlaggebend. Kommt der Gutachter zu dem Ergebnis, dass der Betroffene nicht mehr (voll) geschäftsfähig ist, muss der Richter den Aufgabenkreis festlegen. So ist zu klären, ob eine größere Notwendigkeit an Hilfe in Vermögensangelegenheiten oder in der Gesundheitsvorsorge besteht. Durch einen Betreuerausweis werden ihm gewisse Bereiche zugewiesen.

Fazit

Wie Sie sich entscheiden, bleibt natürlich Ihnen selbst überlassen. Jedoch ist es wichtig, sich einmal mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen und entsprechend anwaltlichen Rat einzuholen. Sie gehen unter Umständen ein Risiko ein, wenn Sie Ihrem Betreuer mehr Verantwortung zusprechen, als Sie eigentlich wollen. Somit sollten Sie im Vorfeld abklären, wie viel Freiraum Sie Ihrem Betreuer geben wollen.

Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Betreuer noch einmal kontrolliert wird, dann ist die Betreuungsverfügung die richtige Wahl. Jedoch erscheint die uneingeschränkte Vertretung allein und unabhängig als logisch, wenn Sie sich für eine vertrauenswürdige Person entschieden und ihr die Regelung Ihrer Angelegenheiten anvertraut haben.


Rechtstipp aus der Themenwelt Richtig vorsorgen und dem Rechtsgebiet Betreuungsrecht

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