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Gesetzliche Krankenversicherung nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses?

Rechtstipp vom 27.03.2018
Aktualisiert am 01.04.2018
Rechtstipp vom 27.03.2018
Aktualisiert am 01.04.2018

Wenn Sie zum Ende des Arbeitsverhältnisses in einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV, AOK oder Ersatzkasse) pflichtversichert sind, dann bleiben Sie in dieser Krankenkasse, auch wenn das Beschäftigungsverhältnis endet. Hier hat sich seit 2013 einiges geändert, was aber viele nicht wissen. Im Einzelnen:

Wenn Ihr pflichtversichertes Arbeitsverhältnis endet, bleiben Sie pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn Sie

  • Krankengeld oder Verletztengeld, Erziehungsgeld, Mutterschaftsgeld oder Pflegeunterstützungsgeld beziehen (§ 192 Abs. 1 SGB V),
  • Arbeitslosengeld I beziehen (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V),
  • eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld I haben (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V),
  • das Arbeitslosengeld I wegen Urlaubsabgeltung (§ 5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V) ruht oder
  • Hartz IV/Arbeitslosengeld II beziehen (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a SGB V),

In den anderen Fällen wechseln Sie in der Regel direkt nach dem Ende Ihres pflichtversicherten Arbeitsverhältnisses automatisch in eine freiwillige gesetzliche Versicherung nach § 188 Abs. 4 SGB V. Eine einjährige Vorversicherungszeit ist – anders als bis zum Jahr 2013 – nicht mehr nötig. Das gilt nur dann nicht, wenn Sie in eine Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung fallen.

Sie werden also nach dem Ende Ihres pflichtversicherten Arbeitsverhältnisses freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V), wenn Sie nicht in der Familienversicherung sind und bei Ihnen

  • das Krankengeld verweigert wird, weil es Probleme mit der Krankmeldung gibt,
  • das Arbeitslosengeld I ruht wegen Zahlung einer Abfindung,
  • das Arbeitslosengeld I verweigert wird wegen fehlender Mitwirkung oder 
  • das Arbeitslosengeld II verweigert wird oder ruht

oder

  • wenn Sie eine selbständige Tätigkeit beginnen, bei der Sie nicht pflichtversichert sind.

Die Krankenkasse informiert Sie dann über die freiwillige Versicherung und die Höhe Ihrer Beiträge. Anschließend können Sie innerhalb von zwei Wochen eine Entlassung aus dieser freiwilligen Versicherung beantragen, sofern Sie eine private Krankenversicherung oder Familienversicherung nachweisen.

Früher gab es in manchen dieser Fälle eine sogenannte Nachversicherung oder nachlaufende Versicherung gemäß § 19 Abs. 2 SGB V. Den Paragrafen gibt es noch und er wird auch noch gerne zitiert. Allerdings wird seit 2013 diese Nachversicherung von der Pflichtversicherung oder von der freiwilligen Versicherung verdrängt und spielt kaum noch eine Rolle.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht

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