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Gleiche Bezahlung für Männer und Frauen

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Seit dem 6.1.2018 können Arbeitnehmer Auskunft über das Gehalt ihrer Kollegen einfordern, wenn Sie den Verdacht haben, aufgrund ihres Geschlechts schlechter bezahlt zu werden.

Dies gilt nur in Betrieben mit mindestens 200 Beschäftigten, es sei denn, dass weniger als sechs Kollegen des anderen Geschlechts eine vergleichbare Arbeit verrichten.

Wenn ein Betriebsrat vorhanden ist, ist dieser für die Auskunft zuständig. Dann schreibt der Arbeitnehmer sein Auskunftsgesuch an den Betriebsrat und kann anonym bleiben.

Wenn kein Betriebsrat vorhanden ist, ist das Auskunftsgesuch an den Arbeitgeber direkt zu richten. Anonymität ist in diesem Fall natürlich ausgeschlossen

Der Arbeitgeber hat drei Monate Zeit, die Auskunft zu erteilen. Er muss dazu eine Vergleichsgruppe definieren und das Vergleichsentgelt ermitteln. Das Vergleichsentgelt ist der sogenannte Median, also der Durchschnitt der Löhne bestehend aus Grundgehalt, Entgeltbestandteilen, Sonderzahlungen, zum Beispiel Kfz Nutzung, Boni aus den letzten zwölf Monaten usw. hochgerechnet auf eine Vollzeitstelle) aus der Vergleichsgruppe.

Wenn dann das Gehalt des Arbeitnehmers unter diesem Median (Mittelwert) liegt, ist noch nicht nachgewiesen, dass der Arbeitnehmer zu wenig verdient, sondern er befindet sich in der kritischen Zone. Wenn sich darüber hinaus Gründe ergeben, die eine geschlechtsspezifische Ungleichbehandlung und schlechtere Zahlung begründen, verfestigt sich der Eindruck der kritischen Zone.

Wenn der Arbeitgeber dann seine Gehaltsstruktur nicht sachlich rechtfertigen kann, hat der Arbeitnehmer ein Handwerkszeug, ein höheres Gehalt einzufordern. Weiter ist über Entschädigung und Schadensersatz nachzudenken.


Rechtstipp vom 29.05.2018
aus der Themenwelt Lohn, Gehalt und Tantiemen und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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