Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.

GLK 220 im Dieselskandal - LG Stuttgart weiter verbraucherfreundlich

  • 1 Minuten Lesezeit

Mercedes hat hier alles andere als ein Heimspiel: Das Landgericht Stuttgart bleibt seiner verbraucherfreundlichen Linie treu und hat einem weiteren Besitzer eines GLK 220 CDI Schadenersatz im Abgasskandal zugesprochen. Für das Gericht steht fest: Im Auto wurde eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut  und der Kläger hat wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung Anspruch auf Schadenersatz. Er bekommt den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung erstattet.

Im April 2016 war der Mercedes als Gebrauchtwagen mit dem Motortyp OM 651 gekauft worden. Der Eigentümer wirft Mercedes nun vor, über die sogenannte  Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung den Emissionsausstoß zu manipulieren. Rechtsanwalt Andreas Schwering: „Die Funktion sorgt dafür, dass der Stickoxid-Ausstoß im Prüfmodus reduziert wird. Im realen Straßenverkehr ist die Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung jedoch nicht wirklich aktiv. Die Stickoxid-Emissionen steigen wieder an. Schadenersatzansprüche sind zulässig wegen der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung geltend!“

Für das Landgericht Stuttgart reiht sich das Urteil in eine lange Reihe verbraucherfreundlicher Entscheidungen zu diversen Herstellern, insbesondere Mercedes. Wie schon mehrfach zuvor stellte das Gericht fest, dass es nicht ausreiche, wenn die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß im Prüfmodus, aber nicht unter realen Betriebsbedingungen im Straßenverkehr eingehalten werden.

Schwering: „Mercedes hat das Einhalten gesetzlicher Vorschriften vorgegaukelt mit der Folge, dass die Zulassungsgenehmigung des Autos erlischt – Abschaltvorrichtungen sind nun mal nicht erlaubt!“

Der angerichtete Schaden entstand mit Abschuss des Kaufvertrages – so das Gericht, das insoweit der Argumentation des Klägers folgte: Dieser hätte das Auto nämlich nicht gekauft, wenn er um die Abschaltvorrichtung gewusst hätte. Mehr braucht es nicht, um den Kaufvertrag rückabzuwickeln, das Auto zurückzugeben und Schadenersatz zu erhalten.

Rechtsanwalt Andreas Schwering bietet Mercedes-Kunden eine kostenlose Erstberatung und die Abfrage der Rechtsschutzversicherung an.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Andreas Schwering

Tesla muss einem Kunden Schadenersatz in Höhe von rund 67.000 Euro zahlen. Das hat das LG Darmstadt mit Urteil vom 21.02.2022 entschieden (Az.: 26 O 490/20). Der Tesla 3 des Klägers sei mangelhaft ... Weiterlesen
Die Stellung des Europäischen Gerichtshofes zum Abgasskandal ist eindeutig. Rechtsanwalt Schwering: „Der EuGH hat eine Wächterfunktion und trägt Sorge, dass ein von der EU für alle Mitgliedstaaten ... Weiterlesen
Schöne neue e-Mobil-Welt – und alle möchten mitmachen bei der Energiewende. Aber: Ganz so einfach ist der Umstieg von Benziner oder Diesel zum E-Auto nicht, denn vor der ersten Fahrt ist erst ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

06.03.2019
Wie von Dr. Späth & Partner Rechtsanwälten mbB bereits berichtet, hatte das Landgericht Stuttgart die Daimler ... Weiterlesen
20.01.2019
LG Stuttgart verurteilt Daimler in drei Fällen zu Schadensersatz Das Landgericht Stuttgart hat den Daimler-Konzern ... Weiterlesen
25.09.2020
Das Landgericht Stuttgart hat bei einem Auto mit dem VW-Skandalmotor EA 189 Motor einen Verjährungsbeginn vor 2017 ... Weiterlesen