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Gold-Konzepte, eine sichere Anlage? – Jedenfalls nicht das Konzept der COSMA-Gruppe

Rechtstipp vom 10.04.2018
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Rechtstipp vom 10.04.2018
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Der Kauf von Gold wird bekanntlich als besonders sichere Kapitalanlage beworben. Sicher ist eine Kapitalanlage dann, wenn der Kapitalanleger auf jeden Fall das eingesetzte Kapital zurückbekommt und zusätzlich eine inflationsausgleichende Verzinsung erhält.

Das vertriebene Gold-Konzept der COSMA-Gruppe bestand darin, dass die Gelder der Anleger zu 70 Prozent in Gold und zu 30 Prozent in lukrative Geldanlagen investiert werden sollten, aus denen die Anleger eine Jahresrendite von 8 Prozent bezogen auf die gesamte Anlagesumme erhalten sollten. Tatsächlich soll Anlagekapital in Millionenhöhe nicht in der versprochenen Höhe zum Kauf von Gold verwendet worden sein und sofern Gold erworben wurde, soll es nicht in vertraglich jeweils zugesagter Höhe als Sondervermögen für die einzelnen Anleger verwahrt worden sein. Auch soll es an einem tragfähigen Konzept zur Erzielung einer jährlichen Rendite von 8 Prozent gefehlt haben.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen die Hauptverantwortlichen der COSMA-Gruppe ermittelt und im Sommer 2017 Anklage beim Landgericht Mannheim wegen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Die große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim (24 KLs 605 Js 13675/17) hat mit Urteil vom 1. Februar 2018 die Angeklagten des Betruges und der Beihilfe des Betruges für schuldig befunden und hohe Freiheitsstrafen gegen sie verhängt.

Was ist nun zu tun? Sie als Anleger wurden jedenfalls falsch beraten, wenn Ihnen zu dem Kauf des Goldes im Hinblick auf eine sichere Altersvorsorge geraten wurde.

Die Anmeldung Ihrer Forderung zur Insolvenztabelle der verschiedenen Firmen (COSMA Service GmbH, AG Karlsruhe Az. 30 IN 1026/16; COSMA Deutschland AG, AG Karlsruhe Az. 30 IN 1026 IN; COSMA Verwaltung GmbH, AG Karlsruhe Az. 30 IN 1028/16) dürfte allein nicht zielführend sein, weil die Zuordnung der einzelnen Goldbarren zu dem einzelnen Anteilszeichner bisher nicht gelungen ist. Nur bei spezifischer Zuordnung ist eine Aussonderung des Goldes möglich.

Die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen die Verantwortlichen der COSMA-Gruppe beziehungsweise gegen deren Vermittler wegen Falschberatung bleibt das Mittel der Wahl. Ansatzpunkt für eine Falschberatung ist, dass Gold-Konzepte, die in US$ gehandelt werden, Währungsschwankungen unterliegen, spekulativ sind und die Kapitalanleger viel verlieren können. Auch haben viele Vermittler nicht darauf hingewiesen, dass das Unternehmen nicht zu 100 % Gold kauft. Als sichere Anlage zur Aufstockung der Rente eignet sich das Gold-Konzept der COSMA-Gruppe jedenfalls nicht.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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