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Googles Umgang mit Nutzerdaten kollidiert eventuell mit Europarecht

Rechtstipp vom 02.03.2012
(25)
Rechtstipp vom 02.03.2012
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Google hat die Datenschutzrichtlinien für seine sämtlichen Dienste harmonisiert. Nun sollen auch die Nutzerdaten zusammengefasst werden, was jedoch möglicherweise gegen EU-Richtlinien verstößt.

„Google ist dein Freund", lautet ein geflügeltes Wort, mit dem Netznutzer gerne empfehlen, die Antwort auf eine Frage doch mit der weltgrößten Suchmaschine zu suchen. Viele Datenschützer und kritische IT-Anwender haben bei diesem flotten Spruch jedoch ein unbehagliches Gefühl, denn für sie ist Google eher das Gegenteil von einem Freund und wird oft auch als „Datenkrake" bezeichnet. Für einen besonders sensiblen Umgang mit den Daten seiner Nutzer war Google in Fachkreisen also noch nie bekannt, eher schon ist der Datenhunger des Konzerns sprichwörtlich.

Alles zusammengelegt

Handfestes Eigeninteresse hinsichtlich der Analyse und kommerziellen Auswertung von Nutzerdaten sehen Datenschützer daher als wichtiges Motiv hinter Googles derzeitiger Überarbeitung seiner Dienste und Datenbanken. Zunächst hat Google die selbstgemachten Datenschutzbestimmungen für die vielen Dienste die das Unternehmen betreibt, einander angeglichen. Nun sollen auch die Nutzerdaten zusammengelegt werden, selbstverständlich nur zum Besten der Nutzer: Ein „einfacheres, intuitiveres Google-Erlebnis", so bloggte die oberste „Datenschützerin" von Google, Alma Whitten, solle entstehen, „wenn wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren".

„Kombinieren" ist hierbei der springende Punkt, der Datenschutzexperten bedenklich stimmt. Mit der Vereinheitlichung werde es Google möglich, Nutzerprofile über die verschiedenen Dienste hinweg zu erstellen, erläuterte der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix, auf einer Veranstaltung der „Initiative for a Competitive Online Marketplace" (ICOMP). Und mit solchen Profilen wird der Google-Anwender für die europäischen Datenschutzrichtlinien dann doch ein wenig zu gläsern.

Google bleibt hart

Selbstverständlich nehme Google, so Ralf Bremer, der Vertreter des Unternehmens, auf der Veranstaltung, die Bedenken der Datenschützer sehr ernst, denn schließlich stehe Google ja für Transparenz. So ernst, dass man die Umsetzung der neuen Richtlinien aussetzt, scheint es dem Unternehmen jedoch nicht zu sein. Dazu nämlich hatten die europäischen Datenschutzbeauftragten Google Anfang Februar aufgefordert - und zwar bisher vergeblich; Google-Chef Larry Page lehnte das Ansinnen sogar ausdrücklich ab.

Daher steht nun auch ein Bußgeld im Raum, das wie Alexander Dix der dpa sagte, in Frankreich gegen Google verhängt werden könne. Ganz so hilflos stehen die Datenschützer also nicht da: Nicht um die Höhe diese Bußgeldes ginge es dabei, so Dix, sondern um das Ausmaß des dadurch verursachten Imageschadens. Und der, so der oberste Berliner Datenschützer weiter, könne für Google beträchtlich sein.


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