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Habe ich als Arbeitnehmer Anspruch auf die Zeugnisnote „sehr gut“?

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Als Rechtsanwalt wird man in der Praxis erstaunlich häufig mit der Meinung konfrontiert, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine bestimmte Zeugnisnote habe.

Viele Arbeitnehmer vertreten sogar die Auffassung, dass regelmäßig die Zeugnisnote „sehr gut“ zu erteilen sei. Dies ist jedoch leider ein Trugschluss. Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf eine bestimmte Zeugnisnote. Zwar werden in der Praxis relativ häufig gute Zeugnisnoten vergeben. Dies dürfte jedoch eher damit zusammen hängen, dass die Arbeitgeber den Streit um das Arbeitszeugnis scheuen und ihren Beurteilungsspielraum dahingehend ausnutzen, dass die Zeugnisnote „gut“ vergeben wird.

Eher selten wird in der Praxis jedoch die Zeugnisnote „sehr gut“ vergeben. Dies vor dem Hintergrund, dass der Arbeitgeber bei der Bewertung die Wahrheitspflicht beachten muss. Während in der Praxis die Bewertung mit der Note „gut“ in der Regel vertretbar sein wird, kann die Note „sehr gut“ häufig einen Verstoß gegen diese Wahrheitspflicht begründen. Unabhängig von der Bewertung muss der Arbeitnehmer jedoch darauf achten, dass das Arbeitszeugnis keine anderen Fallstricke enthält. So dürfte es immer noch der herrschenden Ansicht in der Rechtsprechung entsprechen, dass der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Dankesformel in seinem Arbeitszeugnis hat, wenn auch das Arbeitszeugnis ohne eine solche Dankesformel in der Praxis häufig wertlos ist und als versteckte schlechte Bewertung angesehen wird. Auch einzelne Formulierungen können juristisch bedenklich sein, was man als juristischer Laie in der Regel jedoch nicht erkennt.

Bei Fragen zum Thema Arbeitszeugnis stehe ich Ihnen daher gerne zur Verfügung.


Rechtstipp vom 04.11.2015
aus der Themenwelt Beendigung und Arbeitszeugnis und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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