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Habe ich ohne TÜV Versicherungsschutz?

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Zahlt die Kfz-Versicherung bei abgelaufenem TÜV?

„Ja, aber.“

Versicherungsschutz ist grundsätzlich auch ohne TÜV gewährleistet. Eine ausstehende Hauptuntersuchung bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Versicherungsschutz erlischt.

Aber: Bei einem Unfall prüft der Kfz-Versicherer, ob der Fahrzeughalter gegebenenfalls grob fahrlässig gehandelt hat, indem er ohne TÜV gefahren ist. Denn das Fahren ohne TÜV kann zumindest schon eine leichte Fahrlässigkeit darstellen, obwohl sich das Fahrzeug in einem fahrtüchtigen und verkehrstauglichen Zustand befunden hat. Die TÜV-Plakette ist ein Indiz dafür, dass sich das Fahrzeug in technisch einwandfreiem Zustand befunden hat. Fehlt diese, gilt die Indizwirkung folglich nicht. 

Zwar reguliert der Kfz-Versicherer die Schäden Dritter auch bei fehlender TÜV-Plakette. Unter Umständen nimmt er aber den Versicherungsnehmer in Regress. Dies hängt maßgeblich davon ab, ob dem Versicherungsnehmer grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorzuwerfen ist. Dann muss der Versicherungsnehmer dem Versicherer zumindest teilweise die geleistete Schadensumme erstatten. Der Versicherer muss jedoch nachweisen, dass der Unfall durch Einhaltung des TÜV hätte verhindert werden können. 

Unabhängig von versicherunsgrechtlichen Folgen kann das Fahren ohne TÜV auch verkehrsrechtliche Folgen mit sich bringen. Daher sollten Sie stets auf Nummer Sicher gehen und zeitig einen Termin zur Hauptuntersuchung vereinbaren, um unnötigen Ärger zu vermeiden. Wann die nächste Hauptuntersuchung fällig ist, können Sie sowohl dem Fahrzeugschein als auch der TÜV-Plakette entnehmen.


Rechtstipp vom 23.05.2017

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            Rechtsanwältin Denise A. Sondermann Rechtsanwältin Denise A. Sondermann

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