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Häufige Fragen zum Thema Kündigung

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Kann mein Arbeitgeber mir mündlich, per E-Mail oder WhatsApp kündigen?

Nein, eine Kündigung muss immer schriftlich und vom Arbeitgeber unterschrieben sein. Es darf sich auch nicht nur um eine Kopie handeln, sondern die Kündigung muss Ihnen im Original zugehen. Eine Kündigung, die nicht der Schriftform entspricht, ist unwirksam.

Mit welcher Frist kann ich kündigen?

Schauen Sie zunächst in Ihren Arbeitsvertrag, ob dort etwas zum Thema Kündigungsfristen geregelt ist. Finden sich in Ihrem Arbeitsvertrag keine Regelungen zu den Kündigungsfristen und findet kein Tarifvertrag Anwendung, dann gilt das Gesetz, hier § 622 BGB. Der Arbeitnehmer kann sein Arbeitsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten bzw. vier Wochen zum Monatsende kündigen, egal wie lange das Arbeitsverhältnis bestanden hat. 

Die in § 622 Absatz 2 BGB geregelte Verlängerung der Kündigungsfrist, abhängig vom Bestand des Arbeitsverhältnisses, gilt nur für den Arbeitgeber. Im Arbeitsvertrag kann jedoch vereinbart werden, dass die Verlängerung der Kündigungsfristen auch für den Arbeitnehmer gelten.

Braucht der Arbeitgeber immer einen Kündigungsgrund?

Nein, Arbeitnehmer in sogenannten Kleinbetrieben mit nicht mehr als 10 Arbeitnehmern (bzw. nicht mehr als 5 Arbeitnehmern, wenn das Arbeitsverhältnis vor dem 01.01.2004 begonnen hat) – Teilzeitbeschäftigte zählen dabei nur anteilig –, haben keinen allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz. Der Arbeitgeber benötigt dann keinen Kündigungsgrund, um zu kündigen.

Beschäftigt Ihr Arbeitgeber mehr als 10 Arbeitnehmer (bzw. mehr als 5 Arbeitnehmer, siehe oben) und sind Sie länger als sechs Monate beim Arbeitgeber beschäftigt, dann kann der Arbeitgeber wirksam nur kündigen, wenn die Kündigung begründet (sozial gerechtfertigt) ist. Das können betriebsbedingte Kündigungen sein oder Gründe in Ihrem Verhalten oder Gründe in Ihrer Person. 

Wie schnell muss ich gegen eine Kündigung klagen?

Wenn Sie der Auffassung sind, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt ist, müssen Sie innerhalb von drei Wochen, nachdem Ihnen die Kündigung zugegangen oder Ihnen übergeben worden ist, Klage beim Arbeitsgericht erheben. Versäumen Sie diese Frist, dann haben Sie so gut wie keine Chance, sich gegen die Kündigung zu wehren. 

Wie hoch ist meine Abfindung?

Sie haben bei einer Kündigung nicht automatisch Anspruch auf eine Abfindung. Näheres zu diesem Thema finden Sie in meinem Rechtstipp hier

Darf mich mein Arbeitgeber kündigen, während ich krank bin?

Ja, ein Arbeitgeber kann grundsätzlich auch während einer Erkrankung eine Kündigung aussprechen. Eine andere Frage ist, ob der Arbeitgeber Ihnen wegen der Erkrankung kündigen kann. 

Muss ich nach einer Kündigung weiter zur Arbeit erscheinen?

Ja, solange die Kündigungsfrist noch läuft, sind Sie verpflichtet, weiter zur Arbeit zu erscheinen, es sei denn, der Arbeitgeber stellt Sie frei. Der Arbeitgeber kann sie widerruflich oder unwiderruflich freistellen. Er kann noch bestehende Urlaubsansprüche auf die unwiderrufliche Freistellung anrechnen, nicht jedoch bei einer widerruflichen Freistellung. Die Anrechnung von Urlaub muss der Arbeitgeber ausdrücklich erklären. Im Falle der Freistellung ist der Arbeitgeber verpflichtet, weiter Ihre Vergütung zu zahlen. 

Ich bin schwerbehindert. Darf mich der Arbeitgeber überhaupt kündigen?

Schwerbehinderte, die länger als sechs Monate bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, haben einen besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber darf eine Kündigung nur nach Zustimmung des Integrationsamts aussprechen.

Näheres zum Thema Schwerbehinderung und Kündigungsschutz finden Sie in meinem Rechtstipp hier

Bekomme ich eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, wenn ich nicht gegen eine Kündigung klage?

Nein, Sie bekommen keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, wenn Sie nicht gegen die Kündigung klagen. 

Eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld wird u. a. dann verhängt, wenn der Arbeitnehmer an seiner Kündigung mitgewirkt hat, beispielsweise durch vertragswidriges Verhalten oder bei einer Eigenkündigung ohne triftigen Grund. Das gleiche gilt beim Abschluss von Aufhebungsverträgen. 

Wird meine Abfindung auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Nein, im Grundsatz schmälert eine Abfindung das Arbeitslosengeld nicht. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Kündigungsfrist nicht beachtet wurde und das Arbeitsverhältnis früher endet. 

Droht Ihnen eine Kündigung oder haben Sie bereits eine Kündigung erhalten? Rufen Sie mich gerne für eine unverbindliche kostenfreie Ersteinschätzung zu den Chancen und Risiken an.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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