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Hafte ich als SEO-Agentur für eine versprochene Platzierung auf Seite 1 von Google?

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Keine Haftung für bestimmte Platzierung bei Google!

Die Antwort auf diese Frage ist: Grundsätzlich Nein! Das mag den Kunden, der einen hohen Betrag für eine Platzierung auf Seite 1 der Suchergebnisse von Google ausgibt, verwundern. Die Rechtsprechung ist aber hierzu ziemlich eindeutig. Wie kommt man also zu diesem Ergebnis? Viele Kunden beauftragen SEO-Agenturen, die damit werben, dass nach einer Onpage- und Offpage-Optimierung, die gewünschte Internetpräsenz auf Seite 1 der Suchergebnisse für die jeweiligen „keywords“ auf Google führt. Es kommt dann vor, dass dieses „Wunschergebnis“ nicht eintritt. Die SEO-Agentur haftet dann aber nicht.

Unterscheidung Dienst- und Werkvertrag

Die Kunden empfinden dieses Ergebnis als ungerecht. Tatsächlich hat es aber eine logische Begründung, warum SEO-Agenturen für eine Platzierung gar nicht haften können. Dieses hängt mit der juristischen Unterscheidung zwischen Werk- und Dienstvertrag zusammen. Im Rahmen eines Werkvertrages wird ein Erfolg geschuldet. Im Rahmen eines Dienstvertrages wird die gewissenhafte Ausübung einer Dienstleistung geschuldet. Wenn ich mich also verpflichte, ein Haus zu bauen, dann reicht es nicht aus, dass ich mich nur bemühe es zu bauen. Am Ende muss ein Erfolg bzw. Haus stehen. Tut es das nicht, dann habe ich Gewährleistungsansprüche. Beim Dienstvertrag sieht das anders aus. Typische Beispiele sind der Unterrichtsvertrag, Arztvertrag oder auch Mobilfunkvertrag. Der Dienstverpflichtete schuldet eine Tätigkeit als solche, aber nicht das Arbeitsergebnis. Im Dienstvertrag können zwar Ziele beschrieben sein, aber nur um einzugrenzen, in welche Richtung die Tätigkeit gehen soll. Charakteristisch für den Dienstvertrag ist, dass ihm die Erfolgsausrichtung fehlt. Der Dienstverpflichtete schuldet kein Leistungserfolg. Ich muss also nur die Internetseite optimieren.

Ist denn die Platzierung auf Seite 1 der so lieben sie von Google nicht ein Erfolg?

Hier kommt jetzt die Begründung, warum die Platzierung auf Seite 1 der Suchergebnisse auf Google keinen Erfolg darstellt. Google hat eigene Algorithmen mit denen es festlegt, welche Seite welche Platzierung bei der Eingabe von bestimmten Keywords erhält. Dieser Algorithmus ist für SEO-Agenturen unbekannt. Es ist zwar möglich, durch Optimierungsmaßnahmen darauf einzuwirken. Dafür wird auch bezahlt und die Ergebnisse sind im Vergleich zu einer nicht optimierten Seite offenkundig. Letztlich ist aber aufgrund dessen, dass Google sich hier bedeckt hält und die Algorithmen nicht preisgibt, nicht möglich, einen Erfolg (bestimmte Platzierung) zu erbringen. Deswegen sieht auch das OLG Köln und das OLG Hamm den Vertrag mit einer SEO-Agentur typischerweise als einen Dienstvertrag an. Das bedeutet, dass die SEO-Agentur verpflichtet ist, ihre beste Dienstleistung zu erbringen. Man kann sich das ähnlich wie beim Rechtsanwalt vorstellen, der zwar seine beste Leistung erbringen kann, aber nicht garantieren kann, dass ein Gericht auch so urteilt, wie er und sein Mandant es für richtig halten.

Keine bestimmte Platzierung geschuldet

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass SEO-Agenturen keinen Erfolg schulden. Es kommt hier natürlich auf die einzelne Vertragsgestaltung an. In bestimmten Fällen, wenn die AGB in einer bestimmten Art und Weise gestrickt sind oder ein Erfolg zusätzlich versichert wird, dann könnte man zu einem Werkvertrag kommen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vorher gut zu überlegen, was für einen Vertrag man abschließt. Ein sorgfältiges Lesen der AGB ist diesbezüglich Pflicht. Letztlich wird man aber nicht umhin kommen zu sagen, dass niemand etwas schulden kann, was er nicht beherrschen kann, wie im Fall des Algorithmus von Google.

Sollten Sie Fragen rund um das SEO-Recht haben, dann können Sie mich jederzeit telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

Über Ihren Anruf oder E-Mail freue ich mich.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet IT-Recht | Bulgarisches Recht

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