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Haftung von Kindern im Straßenverkehr

Haftung von Kindern im Straßenverkehr
Auf dem Schulweg kann viel passieren. Deshalb sollten Kinder die wichtigsten Straßenverkehrsregeln kennen.

Im öffentlichen Straßenverkehr lauern für Kinder viele Gefahren. Deshalb sieht § 828 BGB einen Haftungsausschluss und eine Haftungsbeschränkung für Kinder vor. Im Alter von 7 bis 10 Jahren haften sie bei Verkehrsunfällen nur für Vorsatz. Haben sie das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet, sind sie zivilrechtlich grundsätzlich nicht haftbar. Darüber hinaus gilt für Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs eine eingeschränkte Haftung: Sie sind für einen Schaden nicht verantwortlich, wenn sie nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht haben. Das wird immer anhand der Umstände des Einzelfalls entschieden.

Das Landgericht Hamburg hatte in diesem Zusammenhang über einen tragischen Verkehrsunfall zu urteilen: Weil sie noch den Bus zur Schule erreichen wollte, lief eine 11-Jährige bei Rot über die Ampel. Ein Fahrzeug fuhr die Schülerin gegenüber der Bushaltestelle an, sie wurde schwer verletzt. Die Richter bejahten hier die Einsichtsfähigkeit des Kindes. Denn eine beinahe 12-Jährige, die in einer Großstadt lebt und allein mit dem Bus zur Schule fährt, muss sich bewusst sein, dass sie bei einer roten Ampel nicht über die Straße gehen darf. Die Schülerin musste sich ein Mitverschulden in Höhe von 70 Prozent zurechnen lassen, der Fahrer haftete aus Betriebsgefahr wegen Führen eines Fahrzeuges zu 30 Prozent (Urteil v. 18.12.2009, Az.: 311 O 163/07).

(WEL)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp vom 30.03.2010

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