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Handlungsmöglichkeiten gegen die Versteigerung der eigenen Immobilie: Welche Rechte haben Schuldner?

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Oft ist die Versteigerung der eigengenutzten Immobilie der größtmögliche Albtraum, den man sich vorstellen kann.

Die Immobilien-Zwangsvollstreckung führt zu immensen wirtschaftlichen und psychologischen Belastungen, viele Familien halten diesen Druck leider nicht aus.

Umso mehr sollten Schuldner über die rechtlichen Handlungsmöglichkeiten im Zwangsversteigerungsverfahren fachkundig informiert und beraten werden.

Betreffend die formellen Vollstreckungsvoraussetzungen müssen die Schuldner wissen, dass wie bei jeder anderen Zwangsvollstreckung auch die Zwangsversteigerung eines Grundstücks nur angeordnet werden kann, wenn die allgemeinen Vollstreckungsvoraussetzungen erfüllt sind.

Dies sind zunächst die üblichen drei Voraussetzungen: Titel, Klausel und Zustellung.

Der Gläubiger, z. B. die finanzierende Bank, kann erst dann in das Grundstück vollstrecken, wenn er, gleich ob dinglicher oder persönlicher Art, über einen Vollstreckungstitel gegen den Schuldner verfügt. Daneben muss eine Vollstreckungsklausel erteilt sein und die Klausel muss dem Schuldner rechtzeitig vor Beginn der Zwangsvollstreckung zugestellt sein.

Selbstverständlich muss der Schuldner noch als Eigentümer des zu versteigernden Grundstücks eingetragen oder Erben des eingetragenen Eigentümers sein.

Das bedeutet, dass schon nach den formellen Voraussetzungen noch eine gewisse Zeit auf Seiten der Schuldner für eine Umfinanzierung besteht, auch wenn die finanzierende Hausbank den Kredit, gleich aus welchen Gründen, bereits gekündigt und mit der Zwangsversteigerung schon gedroht hat.

Auch wenn das Vollstreckungsverfahren bereits begonnen hat, bestehen auf Seiten der Schuldner noch Möglichkeiten der einstweiligen Einstellung und des Vollstreckungsschutzes.

Beispielsweise besteht ein sechsmonatiger Vollstreckungsschutz gemäß § 30 a ZVG. Selbst wenn also der Gläubiger, in der Regel die Bank, den Einstellungsantrag bekämpft, erreicht der Schuldner schon aufgrund des angestrengten Verfahrens in der Regel eine Verzögerung, die der Zeit von sechs Monaten entspricht bzw. sehr nahe kommt. Denn bis das Landgericht als Beschwerdeinstanz den Antrag endgültig abgewiesen hat, vergeht diese relativ lange Zeit. 

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser ist seit vielen Jahren in der Praxis des Zwangsversteigerungsverfahrens sowohl beratend als auch forensisch tätig.

Es bestehen insoweit durchaus tatsächliche und rechtliche Handlungsmöglichkeiten, um das Schlimmste abzuwenden und die Immobilie noch im Eigentum der Schuldnerfamilie zu belassen.

Auch nachdem in der Regel die finanzierende Bank hier den ersten Antrag auf Versteigerung schon gestellt hat, bestehen noch Handlungsmöglichkeiten, um das Verfahren vorzeitig zu beenden bzw. mindestens zeitlich noch zu strecken.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Eser ist seit nunmehr fast 15 Jahren im Bank- und Kapitalmarktrecht auf Verbraucherseite tätig. Für eine erste kostenlose Erstbewertung besteht die Möglichkeit der Kontaktaufnahme.


Rechtstipp vom 21.09.2017
aus der Themenwelt Schulden und dem Rechtsgebiet Zwangsvollstreckungsrecht

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