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Hausratsteilung bei der Trennung: Wer bekommt was?

Rechtstipp vom 11.06.2018
Rechtstipp vom 11.06.2018

Entschließt sich ein Paar mit einem gemeinsamen Hausstand, sich zu trennen, taucht zwangsläufig die Frage auf, wie es mit den Hausratsgegenständen weitergeht, schließlich wurden einige davon zusammen angeschafft. Da eine Trennung erst der erste Schritt auf dem Weg zur Scheidung ist, können die Besitzverhältnisse bezüglich der Hausratsgegenstände in diesem Stadium nur vorübergehend geregelt werden und es kommt explizit auf die Eigentumsverhältnisse an.

Was gehört zum Hausrat?

Zum Hausrat gehören vereinfacht gesagt alle Gegenstände, die in der gemeinsamen Wohnung bzw. dem gemeinsamen Haus vorhanden sind. Dazu gehören insbesondere alle Möbel, Fernseher bzw. Radio, die komplette Kücheneinrichtung inklusive Küchengeräten, Waschmaschine und Trockner und andere Haushaltsgeräte wie Staubsauger oder Bügeleisen. Ebenfalls dazu gehören nach allgemeiner Meinung die Haustiere.

Auflistung des Hausrats

Um einen Überblick zu bekommen und eine gerechte Aufteilung vornehmen zu können, sollten die beiden Expartner nach erfolgter Trennung am besten alle vorhandenen Hausratsgegenstände auflisten. Dabei können allerdings diejenigen Gegenstände außer Betracht gelassen werden, die einer der Partner mit in die Ehe gebracht hat und somit unzweifelhaft in dessen Alleineigentum stehen sowie die Haushaltsgegenstände, die nur von einem Partner persönlich genutzt werden, beispielsweise Schmuck oder Kleidung.

Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung treffen

Bezüglich der restlichen Haushaltsgegenstände sollte bestenfalls eine sogenannte Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung getroffen werden, durch die eindeutig erkennbar ist, wer welche Haushaltsgegenstände erhalten soll. Diese sollte unbedingt schriftlich verfasst werden und kann später im Scheidungsverfahren noch gute Dienste leisten. Grundsätzlich bieten sich hierbei zwei Vorgehensweisen an: Entweder einer der Partner überlässt alle Gegenstände dem anderen Partner und erhält von diesem im Gegenzug eine angemessene Ausgleichszahlung i. S. d. §1568b Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) oder es erfolgt eine einvernehmliche Aufteilung aller Gegenstände.

Kindermöbel bekommt der betreuende Elternteil

Gibt es gemeinsame Kinder, so hat der Elternteil, bei dem die Kinder wohnen, Anspruch auf die Möbel und Einrichtungsgegenstände der Kinderzimmer. Außerdem erhält er die komplette Kinderkleidung und die Küchenausstattung, mit deren Hilfe eine ordnungsgemäße Versorgung der Kinder sichergestellt wird, z. B. ein Sterilisator für Babytrinkflaschen. Hintergedanke dieser Regelung ist, dass die Kinder, die mit einer Trennung konfrontiert werden, so wenig Veränderungen wie möglich ertragen müssen.

Vorübergehender Besitz und späteres Eigentum

Wichtig ist, dass beide Expartner an allen Haushaltsgegenständen während des Trennungsjahrs nur vorübergehenden Besitz erlangen. Erst mit der endgültigen Hausratsteilung im Zuge der rechtskräftigen Scheidung erlangt der jeweilige Besitzer endgültiges Eigentum an den Hausratsgegenständen. Aus diesem Grund und um Streit zu vermeiden, sollte bereits in der Trennungs- und Scheidungsvereinbarung vermerkt werden, dass derjenige Partner das Eigentum an den Haushaltsgegenständen erhält, die er schon während der Trennung benutzt.


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