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HCI MS JPO Tucana – Möglichkeiten der Anleger in der Insolvenz

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Der vom Emissionshaus HCI Capital aufgelegte Schiffsfonds MS JPO Tucana hielt sich nicht lange über Wasser. Nur rund fünf Jahre nach der Emission ist die Fondsgesellschaft schon pleite. Das Amtsgericht Lüneburg hat am 5. September das vorläufige Insolvenzverfahren über die MS JPO Tucana Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG eröffnet (Az. 56 IN 74/16).

Für die Anleger kann die Insolvenz bittere Folgen haben. „Das gesamte investierte Geld kann verloren sein, sprich der Totalverlust kann eintreten“, sagt Rechtsanwalt Veaceslav Ghendler, Partner der Anwaltskanzlei Kraus Ghendler Ruvinskij in Köln.

Spekulative Geldanlagen mit Totalverlust-Risiko

Dass Schiffsfonds in aller Regel hoch spekulative Geldanlagen mit einem Totalverlust-Risiko für die Anleger sind, ist lange bekannt. Spätestens seitdem die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 bei vielen Schiffsfonds deutliche Spuren hinterließen und eine lange Reihe von Fondsgesellschaften Insolvenz anmelden mussten. „Anlageberatern muss die schwere Situation für Schiffsfonds und das hohe Risiko im Jahr 2011 vollauf bewusst gewesen sein. Dennoch wurden Beteiligungen am HCI MS JPO Tucana wahrscheinlich weiterhin an sicherheitsorientierte Anleger vermittelt. So eine Anlageberatung geht klar am Ziel vorbei. Jetzt bietet sie aber auch einen Vorteil: Bei einer Falschberatung können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden“, erklärt Rechtsanwalt Ghendler.

Zur anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet

Denn: Die Anlageberater sind zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Das bedeutet u.a., dass eine Geldanlage auch zum Anleger passen muss, sprich eine spekulative und riskante Anlage für sicherheitsorientierte Anleger ungeeignet ist, und dass die Anleger auch umfassend über die bestehenden Risiken aufgeklärt werden müssen. Zu diesen Risiken zählen u.a. die langen Laufzeiten, die mangelhafte Handelbarkeit der Anteile und insbesondere natürlich das Totalverlust-Risiko. Rechtsanwalt Ghendler: „Erfahrungsgemäß halten Beratungsgespräche diesen Maßstäben oft nicht stand.“

Zu den Aufklärungspflichten gehören darüber hinaus auch Informationen über die Weichkosten, z.B. über zum Teil hohe Vermittlungsprovisionen für die vermittelnde Bank. „Der BGH hat bereits höchstrichterlich erklärt, dass sog. Kick-Back-Zahlungen offengelegt werden müssen“, so Rechtsanwalt Ghendler.

Mehr Informationen: https://anwalt-kg.de/bankenrecht/

Kraus Ghendler Ruvinskij Anwaltskanzlei


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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