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HKW-Anleihe: Gläubiger vor Totalverlust

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28.01.2014: Die Anleihegläubiger des Personaldienstleisters HKW Personalkonzepte stehen vor einem Scherbenhaufen. Die online-Wirtschaftsplattform FINANCE berichtet, dass der Insolvenzverwalter mitgeteilt hat, dass ein bisher nicht bilanziertes Darlehen aufgetaucht ist, welches überdies der im Jahre 2011 emitierten Anleihe (ISIN DE000A1K0QR1) vorrangig ist. Für die betroffenen Geldgeber allerdings noch schlimmer sein dürfte die weitere Meldung, dass die eingeworbenen Anleihegelder allesamt nicht mehr im Unternehmen befindlich sind.

Durch die vorläufige Insolvenzverwaltung wurde mitgeteilt, dass das Unternehmen 2011 gesamtschuldnerisch mit einer Reihe weiterer Kreditnehmer bei einer niederländischen Bank ein Darlehen über 5,85 Millionen € aufgenommen hatte. Handlungsführend war hier der alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer Gerrit Brunsveld. Das mit 2,6 Millionen € valutierte Darlehen sei durch einen Abtretungsvertrag über sämtliche bestehenden Forderungen der HKW Personalkonzepte GmbH aus "Warenlieferungen und Leistungen gegen alle Drittschuldner mit den Anfangsbuchstaben A bis Z" besichert. Insolvenzverwalter Bierbach berichtet nun über den vollständigen Abfluss sämtlichen Kapitals, das durch die 10 Millionen Euro-Anleihe durch das Unternehmen eingeworben wurde. Geschäftsführer Brunsveld habe "sämtliche Gelder vollständig in Form mehrerer ungesicherter Darlehen an mit ihm verbundene beziehungsweise von ihm beherrschte Unternehmen ausgereicht", Insiderinformationen sprechen in diesem Zusammenhang von einer sich in Vorbereitung befindlichen Strafanzeige.

Die HKW Holding GmbH als Muttergesellschaft der operativ tätigen HKW Personalkonzepte GmbH sieht sich nun mit einer "nicht mehr werthaltigen" Rückzahlungsforderung von 5,8 Millionen € konfrontiert. Zum 1. Februar 2014 ist die Eröffnung des Insolvenzverfahrens avisiert, im Zuge dessen soll nach dortigen Aussagen der Geschäftsbetrieb kurzfristig und bestmöglich verkauft werden.

Interessant dürfte vor diesem Hintergrund - eventuell auch in strafrechtlich Hinsicht - die Meldung sein, dass noch gestern, Dienstag der Nachrichtendienst "Aktienexplorer" das Papier mit einem Kursziel von 250 % zum Kauf empfohlen hatte. Es handele sich um einen Anleihe aus dem "grundsolidem Mittelstand", 50-60 % als Kursziel sein hier "durchaus gerechtfertigt".

Was können betroffene Anleihezeichner tun? Wir raten dringend zur umgehenden Ergreifung rechtlicher Schritte zur Sicherung bestehender Ansprüche mithilfe erfahrener anwaltlicher Vertretung. Ansatzpunkte mit sehr guten Erfolgsaussichten dürften hier geben die sogenannte Prospekthaftung, unzulässige Mittelverwendung sowie nicht deklarierte bestehende Verbindlichkeiten stünden aus unserer Sicht hier im Fokus. Weiterhin ist hier mindestens der Prüfungsbereich für strafrechtlich relevante Tatbestände eröffnet, auch in Abhängigkeit eines weiteren Ermittlungsverlaufs sollten Sicherungsmaßnahmen wie die Arrestpfändung in das Vermögen der Verantwortlichen respektive Organe der Gesellschaften hinein erwogen werden.

Die auf Wirtschafts-, Banken- & Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath führt ständig hunderte von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten. Gerne dürfen Sie sich zur Durchsetzung Ihrer bestehenden Ansprüche auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung an uns wenden, Ansprechpartner ist RA Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 30.01.2014

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