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Hohe Vorfälligkeitsentschädigung durch Widerruf zurückholen

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Wird ein Immobiliendarlehen vorzeitig abgelöst, verlangt die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung. Die kann gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase üppig ausfallen. Durch den Widerruf eines Immobiliendarlehens kann die Vorfälligkeitsentschädigung aber ggf. zurückgeholt werden.

Die niedrigen Zinsen sind für die Verbraucher erfreulich, wenn sie ein Darlehen aufnehmen möchten. Sie sind allerdings extrem unerfreulich, wenn ein Kredit vorzeitig zurückgezahlt wird und die Bank ihre Vorfälligkeitsentschädigung für den entgangenen Zinsgewinn verlangt. Wie sich die Höhe des Vorfälligkeitsentgelts in den vergangenen zehn Jahren verändert hat, zeigt die Stiftung Warentest anhand eines Immobilienkredits über 200.000 Euro mit einer zehnjährigen Zinsbindung und 2 Prozent Tilgung auf. Wurde dieses Darlehen nach fünf Jahren vorzeitig zurückgezahlt, wurden rund 15.000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung fällig, 2016 ist mehr als doppelt so viel zu zahlen. Der Berechnung nach würden dann ca. 34.000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung fällig.

Viel Geld, um ein Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen. Die Alternative kann der Widerruf der Immobilienfinanzierung sein. „Bei einem erfolgreichen Widerruf kann die Vorfälligkeitsentschädigung nicht von der Bank zurückverlangt werden, da dann der Darlehensvertrag rückabgewickelt wird“, sagt Rechtsanwältin Jessica Gaber von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden. Voraussetzung für einen Widerruf ist, dass die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Das ist z. B. dann der Fall, wenn sie in der Belehrung nicht die richtigen Pflichtangaben aufgeführt hat, was durchaus häufiger der Fall ist. Dann wurde die Widerrufsfrist nie in Gang gesetzt und der Widerruf kann auch noch Jahre später erfolgen.

Bei Immobiliendarlehen, die zwischen November 2002 und dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, musste der Widerruf allerdings spätestens bis zum 21. Juni 2016 erklärt werden. Bei Darlehen ab dem 11. Juni 2010 gilt weiterhin das „ewige“ Widerrufsrecht im Fall einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung. „Wurden die Altverträge fristgerecht widerrufen und die Bank hat den Widerruf nicht akzeptiert, bestehen gute Chancen, den Widerruf durchzusetzen. Der BGH hat sich in seiner aktuellen Rechtsprechung klar aufseiten der Verbraucher positioniert, sodass die Banken kaum noch Argumente haben, einen Widerruf abzulehnen“, so Rechtsanwältin Gaber.

Die Kanzlei Cäsar-Preller ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft www.jetzt-widerrufen.de und prüft kostenlos, ob die Voraussetzungen für den Darlehenswiderruf vorliegen.

Mehr Informationen: http://www.der-widerruf.de/

Kanzleiprofil:

Seit nunmehr 20 Jahren betreuen wir unsere Mandanten bundesweit in fast allen Rechtsgebieten, wobei wir großen Wert auf den persönlichen Kontakt legen. Nur durch den intensiven Austausch mit dem Mandanten kann ein ergebnisorientiertes Arbeiten stattfinden. Dies ermöglicht die Größe der Kanzlei, die einen umfassenden Service bei gleichzeitiger individueller Betreuung sicherstellt.

Und zwar nicht nur in Wiesbaden, sondern darüber hinaus auch in unseren Sprechstundenorten: Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, München, Bad Harzburg, Puerto de la Cruz (Teneriffa) und Lugano (Schweiz).

Rechtsanwältin Jessica Gaber

Kanzlei Cäsar-Preller


Rechtstipp vom 25.10.2016
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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