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Hund, Katze, Maus – Haustiere in der Mietwohnung

Rechtstipp vom 07.03.2019
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Allein in deutschen Haushalten leben aktuell etwa 34,3 Millionen Haustiere, Tendenz steigend. Da Vermieter häufig nicht die Vorliebe für Haustiere mit ihren Mietern teilen, ist Streit bzw. Enttäuschung häufig vorprogrammiert.

Hund, Katze, Maus – Was ist erlaubt?

Im deutschen Mietrecht werden unterschiedliche Haustiere auch unterschiedlich behandelt. Daher sind allgemein gehaltene Vertragsklauseln, wie der häufig anzutreffende Passus „Tierhaltung verboten“, auch in Gänze unwirksam. Die Unwirksamkeit bedeutet jedoch nicht, dass sich der Mieter ohne Weiteres ein Pferd auf den Wohnungsflur stellen darf.

Immer zulässig ist die Haltung sogenannter Kleintiere. Hierunter fallen z. B. Hamster, Mäuse, Wellensittiche, Fische oder auch, erstaunlicher Weise, ein kleines Hausschwein. Kleintiere haben in der Regel keine schädlichen Einwirkungen auf ihre Umwelt, sie stören weder die Nachbarn und zerkratzen auch nicht die Tapete. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen. Das Halten eines Frettchens ist beispielsweise aufgrund der Geruchsentwicklung nicht generell erlaubt.

Handelt es sich nicht um ein Kleintier, ist grundsätzlich eine Zustimmung des Vermieters erforderlich.

Dies umfasst auch das Halten von Hunde und Katzen.

Möchte der Vermieter die Haltung eines solchen Tieres jedoch verbieten, muss er hierfür gewichtige Gründe vortragen, weshalb er im konkreten Fall eine Zustimmung zur Haltung eines Tieres nicht erteilt.

Der Vermieter muss bei dieser Entscheidung diverse Interessen berücksichtigen:

  • Interesse des Mieters an der Haltung eines Haustieres
  • Interesse der übrigen Mieter, nicht durch ein Haustier gestört zu werden
  • Interesse des Vermieters, dass die Wohnung nicht beschädigt wird

In diesem Zusammenhang zu berücksichtigen sind unter anderem die Art, Größe und das Verhalten des Tieres, die Größe der Wohnung und die Anzahl weiterer Tiere in Haus und Wohnung.

Sollte der Vermieter jedoch keine gewichtigen Gründe gegen die Tierhaltung vorbringen können, so hat der Mieter einen Anspruch auf Erteilung der Genehmigung, der im Zweifel sogar gerichtlich durchgesetzt werden kann.

Es gilt also:

Sollte es sich bei dem Tier nicht um ein Kleintier handeln, ist stets der Vermieter einzubeziehen. Möchte er die Tierhaltung nicht gestatten, müssen gewichtige Gründe vorgetragen und diese im Zweifel auch nachgewiesen werden. Andernfalls besteht ein durchsetzbarer Anspruch auf die Genehmigung der Tierhaltung.

Typische Mietvertragsklauseln:

Dies stellt eine Zusammenfassung der gängigsten Mietvertragsformulieren mit Bezug zu Haustieren dar.

  • Haustiere verboten: Eine solche Regelung im Mietvertrag ist unwirksam. Trotz dieses Verbotes können Sie, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, Kleintiere halten. Für Hunde und Katzen muss jedoch trotzdem eine Erlaubnis eingeholt werden.
  • Hund oder Katze nur nach Zustimmung: Diese Klausel ist wirksam. Sie ermöglicht die Haltung von Kleintieren, setzt jedoch für Hunde und Katzen eine Zustimmung des Vermieters voraus.
  • Haustiere erlaubt: Diese Klausel erlaubt die Haltung aller üblichen Haustiere in der Mietwohnung, also Kleintiere, Katzen und auch Hunde. Nicht hiervon abgedeckt werden jedoch giftige oder gefährliche Tiere (z. B. Kampfhunde).
  • Keine Regelung: Es verbleibt bei den obigen Ausführungen. Kleintiere sind erlaubt, alles darüber hinaus bedarf der Zustimmung des Vermieters.

Was tun, wenn der Vermieter die Zustimmung nicht erteilt?

Sollte der Vermieter die Zustimmung verweigern, ohne Ihnen hierfür gewichtige Gründe nennen zu können, besteht für Sie ein Anspruch auf Erteilung der Zustimmung zur Haustierhaltung.

Sollten Sie Fragen oder Probleme bezüglich Haustieren in Ihrer Mietwohnung haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.


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