Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Hunde haben Recht auf frische Luft

Rechtstipp vom 18.07.2016
(4)

Auch in einem Aussiedlerhof gehaltene elf Deutsche Doggen haben ein Recht auf saubere Luft und ein Mindestmaß an Hygiene. Ein Hundehalter darf daher den Hundekot der Tiere nicht sammeln und unverschlossen lagern, sondern muss diesen aus Tierschutzgründen entsorgen, entschied das Verwaltungsgericht Koblenz in einem am Mittwoch, 13. Juli 2016, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 2 K 30/16.KO). Die Koblenzer Richter bestätigten damit ein von der Kreisverwaltung des Landkreises Altenkirchen erlassenes Tierhaltungsverbot gegen einen Hundehalter.

Der Kläger hielt bis zum Juni 2015 auf einem Aussiedlerhof elf Deutsche Doggen. Die Kreisverwaltung hatte in den Räumen des Hofes teilweise massive Verschmutzungen durch Hundekot und -urin festgestellt. Der Hundekot wurde in Plastiktüten, Eimern und Badewannen gesammelt.

Die Behörde verpflichtete den Mann, die Aufenthaltsbereiche der Hunde zu reinigen, die Wände zu fliesen oder mit einem abwaschbaren Anstrich zu versehen und jedem Hund ausreichend Auslauf zu gewähren.

Als der Hundehalter dem nicht nachkam, sprach die Behörde ein generelles Tierhaltungsverbot aus.

Das Verwaltungsgericht stellte in seinem Urteil vom 6. Juli 2016 klar, dass der Mann die Grundanforderungen an die Hygiene nicht eingehalten, die artgemäße Bewegung der bis zu 80 Zentimeter großen Tiere nicht ermöglicht und eine ausreichende Wasserversorgung nicht gewährleistet habe. Damit habe der Kläger über Monate gegen das Gebot einer art- und bedürfnisgerechten Unterbringung und Pflege von Hunden und gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Auch wenn der Kläger vorbringe, dass er den gesammelten Hundekot als Fetisch zur sexuellen Stimulation benötige, sei dies noch kein Grund, „seinen Hunden durch die als Folge der Lagerung des Kots entstehende Schadstoffbelastung der Luft Schaden zuzufügen“, urteilten die Koblenzer Richter. Derartige Fäkalienmengen führten „zu einer geschossübergreifenden Belastung der Atemluft im Haus des Klägers“ und seien gerade für Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn schädlich.

Mittlerweile lebt der Mann im Ausland.

Rechtsanwalt Thorsten Blaufelder

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator, Wirtschaftsmediator

Kanzlei Blaufelder in Dornhan/Landkreis Rottweil


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Recht rund ums Tier

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Thorsten Blaufelder (Kanzlei Blaufelder)

Ihre Spezialisten

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.