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Ihre Ansprüche gegen private Unfallversicherer - Unfall und Invalidität

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Sie hatten einen Unfall und haben bleibende Gesundheitsschädigungen? Wie hoch ist Ihr Anspruch gegen den Unfallversicherer? Bis wann muss eine Invalidität ärztlich festgestellt und dem Versicherer gemeldet werden?

Grundlage Ihrer Ansprüche ist der mit dem Versicherer vereinbarte Vertrag mit den dazugehörigen Versicherungsbedingungen. Ihre Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Versicherungsschein und den vereinbarten Bedingungen (Allgemeine Unfallversicherungsbedingungen, kurz: AUB).

Vielen Betroffenen geht es insbesondere um die Leistung wegen Invalidität als Einmalzahlung bei unfallbedingter dauerhafter Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit. Grundlage für die Berechnung ist die vereinbarte Grund-Versicherungssumme und der unfallbedingte Invaliditätsgrad. Insoweit gilt in den meisten Fällen die sogenannte „Gliedertaxe“, die ebenfalls Bestandteil Ihres Vertrags ist:

Diese bestimmt, wie viel jeder Körperteil bei einem völligem Verlust oder völliger Funktionseinschränkung „wert ist“. So ist der „Armwert“ beim vollständigen Verlust nach den Musterbedingungen beispielsweise 70 %, der Wert bei Betroffenheit des Arms unterhalb des Ellenbogengelenks 60 % oder der Wert der Hand 55 %. Als Faustregel gilt: Je weiter weg vom Rumpf, desto niedriger ist der Wert. Diese Werte gelten aber nur, wenn ein Verlust oder eine völlige Funktionsbeeinträchtigung vorliegt. Bei einem Teilverlust oder einer teilweisen Funktionsbeeinträchtigung kann daher nur ein entsprechender Teil dieses Prozentsatzes angesetzt werden.

Beispiel: Bei einer Grundversicherungssumme von 100.000,- EUR und dem Verlust eines Arms haben Sie Anspruch auf Zahlung einer Invaliditätssumme von 70.000,- EUR. Wenn die Funktionsfähigkeit des Arms unter Einschluss des Oberarms jedoch nur um 1/5 im Verhältnis zu einem gesunden Arm eingeschränkt ist, besteht Anspruch nur auf 1/5 von 70 %. Daraus ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 14 % und – gemessen an der Grundsumme – eine Leistung in Höhe von 14.000,- EUR. Oftmals werden medizinische Gutachter zur Frage der Invalidität Stellung nehmen müssen.

Es handelt sich – wie Sie vielleicht bereits aus diesem kurzen Überblick sehen können – im Bereich des Unfallversicherungsrechts um schwierige und für den Laien schwer nachvollziehbare rechtliche und medizinische Fragen.

Es sind zudem strenge Fristen zu beachten und die Anforderungen an den medizinischen Nachweis sind sehr hoch. Ein einfacher Befundbericht oder ein gut gemeintes Attest des behandelnden Arztes reichen hier nicht aus! Der Arzt muss entweder bereits Kenntnisse im Recht der Unfallversicherung und Invalidität haben oder ihm müssen die richtigen Fragen ausführlich gestellt werden. Es bedarf sogenannter qualifizierter Befundberichte.

Auch Leistungen, wie Unfallrente, Tagegeld, Krankenhaustagegeld oder z. B. Kosten für Rettungseinsätze, können in Betracht kommen.

Wenn Sie bei der Geltendmachung Ihrer Ansprüche auf Nummer sicher gehen möchten, melden Sie sich gerne bei Frau Rechtsanwältin Ritwa J. Stahl in Flensburg oder Kiel!


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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