Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Illegaler Waffenhandel – welche Strafe droht einem Täter?

(62)
Illegaler Waffenhandel – welche Strafe droht einem Täter?
Im Darknet tummeln sich wohl zahlreiche illegale Waffenhändler.

Laut Medienberichten hat die Polizei den mutmaßlichen Waffenhändler festgenommen, der dem Münchener Amokschützen die Waffe über das sogenannte Darknet verkauft haben soll. Was genau der Mann getan oder nicht getan hat, wird nun die Staatsanwaltschaft prüfen und in einem gerichtlichen Verfahren ggf. nachweisen müssen. Solange gilt die Unschuldsvermutung.

Welche Strafen aber generell für unerlaubte Waffengeschäfte drohen, ergibt sich schon heute aus den Gesetzen. Dabei spielt es für die Strafbarkeit im Grunde keine Rolle, ob die Waffengeschäfte im Rahmen persönlicher Treffen, am Telefon oder über das Internet eingefädelt wurden.

Strafvorschriften aus dem Waffengesetz (WaffG)

Wer Schusswaffen ohne entsprechende Erlaubnis erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt, muss gemäß § 51 Abs. 1 bzw. § 52 Abs. 1 WaffG mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Ein illegaler Waffenhändler erfüllt diese Voraussetzungen in der Regel ohne Weiteres. Neben dem Treiben von Handel überlässt er die Waffen dem Käufer, die er vorher ja selbst auf irgendeine Weise erworben und ggf. instand gesetzt haben muss. Oftmals stammen die Waffen wohl aus anderen Straftaten, wie Diebstahl, Raub oder Unterschlagung – außerdem macht sich der Händler unter Umständen auch wegen Hehlerei strafbar.

Für den gewerbsmäßig oder im Rahmen einer Bande begangenen unerlaubten Handel mit vollautomatischen Waffen beträgt der gesetzliche Strafrahmen gemäß § 51 Abs. 2 WaffG sogar bis zu zehn Jahre. Nachdem es für den Verkäufer kaum bei einem einzigen Geschäft bleibt, kann die Strafe durchaus auch noch höher ausfallen.

Ein Käufer kann sich bei einem illegalen Waffendeal ebenfalls bereits strafbar machen. Indem er die Waffe nämlich zunächst erwirbt, anschließend besitzt, gegebenenfalls verbringt, mitnimmt etc., erfüllt auch er leicht die entsprechenden waffenrechtlichen Straftatbestände.

Anstiftung, Mittäterschaft oder Beihilfe zu weiteren Straftaten

Begeht der neue Waffenbesitzer mit seiner illegal erworbenen Waffe dann auch noch weitere Straftaten, beispielsweise Körperverletzung, Raub oder Mord, muss er natürlich auch dafür mit entsprechenden Verurteilungen rechnen.

Daraus wiederum kann eine weitere Strafbarkeit des Waffenhändlers ergeben. Zu denken ist hier insbesondere an Beihilfe gemäß § 27 Strafgesetzbuch (StGB) zu diesen Delikten, die schließlich in dieser Form erst möglich wurden, indem der Händler dem späteren Täter illegal die Waffe beschafft hat.

Soweit der Waffenhändler den Käufer sogar zu weiteren konkreten Straftaten gemäß § 26 StGB angestiftet hat oder er aufgrund einer gemeinschaftlich begangenen Tat als Mittäter nach § 25 StGB bestraft werden kann, droht ihm sogar die gleiche Strafe wie dem Täter, der letztlich den Abzug gedrückt hat.

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/Jürgen Fälchle


Rechtstipp vom 17.08.2016
aus der Themenwelt Behörden und Konflikte und dem Rechtsgebiet Strafrecht

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps der anwalt.de-Redaktion

Alle Rechtstipps der anwalt.de-Redaktion