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Im Internet abgeschlossener Maklervertrag kann widerrufen werden

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Das Landgericht Bochum hat in einem Urteil entschieden, dass ein Käufer eines Grundstücks trotz Vermittlung durch einen Makler keine Maklerprovision zahlen musste.
Hintergrund war, dass der Kontakt zwischen dem Käufer und dem Makler, der das später gekaufte Grundstück angeboten hatte, ausschließlich über das Internet, bzw. via E-Mail abgewickelt wurde. Zwar hatte der Makler in seiner E-Mail, in der er dem Käufer verschiedene Informationen zukommen ließ, im Rahmen seiner allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf verwiesen, dass eine vom Käufer zu tragende Maklerprovision i.H.v. 3, 57 % des Kaufpreises zu zahlen sei. Da es sich jedoch bei dem Makler um einen Unternehmer, und bei dem Käufer um einen Verbraucher handelte, handelte es sich angesichts der Tatsache, dass ausschließlich über Internet kommuniziert wurde, um einen Fernabsatzvertrag im Sinne des Gesetzes. Dies hatte zur Folge, dass der Käufer bzgl. des Maklervertrages ein Widerrufsrecht hatte.
Da der Makler den Käufer jedoch weder ausdrücklich noch in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen über dieses Widerrufsrecht belehrt hatte, war ein Widerruf unbefristet möglich. Der Käufer hat daraufhin, als der Makler seine Provision haben wollte, den Maklervertrag widerrufen. Das Gericht billigte  dem Makler lediglich einen Wertersatz für seine Leistungen, denn es auf 2.800 € schätzte, zu. Der Makler hatte ursprünglich eine Maklerprovision von 14.000 € eingeklagt.

LG Bochum, Az. 1-2 O 498/11, Urteil vom 09.03.2012


Rechtstipp vom 06.02.2013

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