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Ist über Risiken und Nebenwirkungen von Bier aufzuklären?

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Ist über Risiken und Nebenwirkungen von Bier aufzuklären?
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Wer kennt sie nicht, die Energiequelle Bier, die für viele nicht nur ein Getränk darstellt, sondern ein vollwertiges Nahrungsmittel. Doch wie alles, was gut schmeckt, hat auch der Gerstensaft ein paar fiese Nebenwirkungen. Während z. B. die Schokolade für Hüftspeck sorgt, erkennt man den Hopfenblütenteetrinker häufig an seinem kleinen Bauchansatz, auch Bierbauch genannt. Da der Biergenuss daher mit immensen Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist, stellt sich doch die Frage, ob ein Schluckspecht nicht vor dem Alkoholgenuss gewarnt werden sollte.

Ist Bier „gefährlich"?

Dieser bierernsten Ansicht war zumindest ein Trunkenbold, der sich seit mehr als 17 Jahren mit dem flüssigen Brot desselben Brauers erfrischte. Er gab nämlich dem „bösen" Bier die Schuld daran, dass er alkoholkrank geworden ist und daraufhin seinen Job, seinen Führerschein und seine Frau verloren hat. Hätte er gewusst, welche Folgen der übermäßige Konsum einer Hopfenkaltschale haben kann, hätte er sich doch niemals so oft mit Bier volllaufen lassen. Die Brauerei habe daher gegen ihre Warnpflicht verstoßen. Sie hätte nämlich mit einem Hinweis auf den Bierflaschen vor der Gefahr des Alkoholmissbrauchs warnen müssen. Er zog daraufhin vor Gericht und verlangte von der Brauerei Schadenersatz und Schmerzensgeld.

„Wer sich betrinkt, ist selbst schuld"

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm verneinte jegliche Ansprüche des Zechers. Es ist nicht Bier der Brauerei, auf eine Gefahr hinzuweisen, die allgemein bekannt ist. Schließlich gehört es schon fast zum Grundwissen, dass Gerstensaft alkoholhaltig ist und dass exzessiver Genuss zu Alkoholproblemen führen kann. Außerdem verbleibt die Entscheidung, das flüssige Gold zu trinken, stets bei der Spriteule selbst. Ein etwaiger Warnhinweis ändert daran nichts. Wer leicht mit Genussmitteln zu verführen ist, wird sich auch von einer Aufzählung der Risiken und Nebenwirkungen des Biergenusses nicht aufhalten lassen. Bei ihm ist dann wortwörtlich Hopfen und Malz verloren. Letztendlich war für das Gericht auch nicht ersichtlich, dass der Bierliebhaber tatsächlich auf seinen Hopfenblütentee verzichtet hätte, wenn auf der Bierflasche ein Warnhinweis gestanden hätte.

(OLG Hamm, Beschluss v. 14.02.2001, Az.: 6 O 573/99)

(VOI)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp vom 07.08.2013

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