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Jahresabschluss 2016 der Opalenburg SafeInvest KG – nur Verluste und extrem hohe laufende Kosten

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Reichlich verspätet haben die Opalenburg SafeInvest 1 KG und Opalenburg SafeInvest 2 KG ihre Jahresabschlüsse 2016 veröffentlicht, die weiterhin für ihre Anleger nur Verluste und keine Perspektive bieten. Die ohnehin schon extrem hohen Aufwendungen (u. a. für Geschäftsführung und Bewirtschaftungskosten für die Immobilien) haben sich weiter erhöht, bei der 2 KG sogar mehr als verdoppelt.

Bei der SafeInvest 1 KG stehen Immobilienerträgen von rund 580.000 € Bewirtschaftungskosten von 436.000 € und Zinsen aus der Kreditaufnahme von 493.000 € gegenüber. Die Erträge decken also nach wie vor bei Weitem nicht die Zinsen für das hierfür aufgenommene Fremdkapital und die völlig überhöhten Bewirtschaftungkosten. Letztere betragen 75 % (!) der Immobilienerträge.

Weist die SafeInvest 1 KG schon eine sehr hohe Kostenquote von 20,7 % aus, sind es bei der SafeInvest 2 KG zu 2016 sogar 34,4 %. Diese Gesamtkostenquote stellt die Summe der Gebühren und Kosten als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögens innerhalb des Geschäftsjahres dar.

Zur Einordnung dieser Kostenquote sei auf eine Information der Verbraucherzentrale Hessen e.V. zum „Gutachten zur Konsistenz und Vollständigkeit der Kostendarstellungen von inländischen geschlossenen Publikumsfonds (AIF) im Verkaufsprospekt, in den Anlagebedingungen und in den wesentlichen Anlegerinformationen, erstellt von investmentcheck.de“ verwiesen. Danach ergeben sich für 2017 bei den 25 dort untersuchten Fonds durchschnittliche Kosten von 2,35 %.

Es heißt in dem Gutachten:

„Die laufende Kosten – auch Gesamtkostenquote genannt – betragen bei den 25 untersuchten Fonds laut WAI zwischen 0,92 und 5,8 Prozent pro Jahr; der Durchschnitt liegt bei 2,35 Prozent.“

Und dies halten die Verfasser der Studie schon für hoch, denn in der Fußnote dazu wird erklärt:

„Zum Vergleich: Die durchschnittliche Gesamtkostenquote bei Aktienfonds liegt bei 1,6–1,8 % (je nach Quelle).“

Bezogen auf den dort ermittelten Durchschnittswert bei geschlossenen Fonds von 2,35 % sind die Kosten bei der SafeInvest 1 KG also rund 9-fach überhöht und bei der SafeInvest 2 KG rund 15 Mal so hoch.

Anleger, die bei Erwerb der Beteiligung an den Fonds der Opalenburg – durch den Vermittler und/oder den Prospekt – unzureichend bzw. fehlerhaft aufgeklärt wurden, haben gegenüber den Gründungsgesellschaftern, den Initiatoren und den Anlageberatern einen Schadensersatzanspruch. Nach der Rechtsprechung des LG München I und des OLG München kommt hierbei auch ein Prospektfehler wegen unvollständiger Kapitalmarktinformationen in Betracht, der sowohl Schadensersatzansprüche wie auch eine außerordentliche Kündigung begründen kann.

Hierbei sollte man den Kalender im Auge behalten, denn bei Anlegern der Opalenburg Fonds droht die absolute 10-jährige Verjährung, die taggenau mit dem Beteiligungsabschluss zu laufen beginnt.

Nach Eintritt der Verjährung ist aber noch eine außerordentliche Kündigung oder ein Widerruf möglich, sodass Anleger zumindest für die Zukunft aus der Beteiligung zum niedrigeren „Auseinandersetzungsguthaben“ aussteigen und ihren Schaden begrenzen können.

Angesichts der Entwicklung und der ungünstigen Kostenstruktur sollte man damit nicht zu lange warten.

Wir empfehlen Anlegern der Opalenburg-Fonds ihre Ansprüche, insbesondere zur Beendigung des Beteiligungsverhältnisses, kurzfristig rechtlich prüfen lassen und auch Zahlungsaufforderungen der Opalenburg SafeInvest KG nicht ungeprüft nachzukommen.

Für weitere Fragen steht Ihnen Rechtsanwalt Naumer zur Verfügung.

Rechtsanwaltskanzlei Naumer & Naumann


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