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Jugendliche aufgepasst! Warum Ihr einen Notruf auslösen solltet, wenn eine Polizeikontrolle droht

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„Das Smartphone ist eine Arzt Schweizer Taschenmesser geworden, weil es über zahlreiche Funktionen verfügt und uns im Alltag enorm unterstützt. (...) Überspitzt formuliert: eine Art ausgelagertes Gehirn. Deshalb reagieren viele auch panischer beim Verlust eines Smartphones als etwa bei einem abhanden gekommenen Schlüssel“, sagt der Psychologe Christian Montag der FAZ. 

Genau den Aspekt, den der Psychologe beschreibt, macht sich die Polizei bei Kontrollen zunutze. Manch ein Polizist fordert Verdächtige mit bedrohlichen Blicken auf, sofort den Sperrcode zu nennen. Hier müsst (und dürft!) Ihr standhaft bleiben. Tut das auf keinen Fall!

Denn niemand ist verpflichtet, an seiner eigenen Überführung mitzuwirken. Es gilt die Unschuldsvermutung. Jedermann darf als Beschuldigter schweigen. Er muss nicht bei der Polizei aussagen und keine Fragen beantworten. 

Daher ist auch niemand verpflichtet, freiwillig der Polizei den Code zum Entsperren seines Smartphones zu nennen. 

Denn auf einem Smartphone sind heute mehr sensible Daten gespeichert als auf herkömmlichen Computern. Auch wenn Ihr glaubt, nichts verbergen zu haben, könnt Ihr nie sicher sein, dass man nichts Verdächtiges in Euren Dateien findet. 

Durch Nennung des Codes kann (auch wenn dies Polizisten manchmal behaupten) die Sicherstellung des Smartphones nicht verhindern. Und man muss auch nicht an Ort und Stelle „seine Unschuld beweisen“.

Und wenn Ihr den Code nennt? 

Dann wird die Polizei das Smartphone trotzdem mitnehmen. Denn es ist ein Beweismittel. Sie wird es in eine Tüte legen, einen Zettel mit eurem Code draufkleben und zur Auswertung in die Kriminaltechnik senden.

Durch Preisgabe des Codes kann man sich also ganz schön in die Sch... hereinreiten. 

Daher drei Tipps eines erfahrenen Strafverteidigers: 

1.
Wenn Ihr einer Straftat beschuldigt werden: Klappe halten! 

2.
Beim iPhone 5 mal die rechte Seitentaste drücken. 

Dadurch wird zwar ein Notruf ausgelöst, den man aber getrost wieder abrechnen kann, denn der Freund und Helfer ist ja schon da. Durch Auslösung des Notrufs wird aber beim iPhone die Gesichtserkennung deaktiviert. 

Wenn Ihr jetzt noch einen Sperrcode gewählt habt, der nicht 1234 lautet und nicht mit eurem Geburtsdatum identisch ist, habt Ihr gute Chancen, den Zugriff der Polizei auf Eure Daten erstmal zu verhindern. 

3.
Strafverteidiger anrufen. Lasst alles Weitere den Strafverteidiger Eures Vertrauens machen. Allein dadurch, dass Ihr meine Nummer in euren Kontakten gespeichert habt, macht Ihr Euch nicht verdächtig!


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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