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Kann die Polizei ein Mobiltelefon / Handy entsperren?

Rechtstipp vom 18.09.2017
Rechtstipp vom 18.09.2017

In der täglichen Praxis kommt es immer wieder vor, dass Beschuldigte durchsucht werden und bei einer Durchsuchung auch ein Handy aufgefunden wird. Dieses wird beschlagnahmt oder sichergestellt.

Erster Tipp

Das Handy nicht sicherstellen lassen, d. h. erklären, dass man das Handy freiwillig den Ermittlungsbehörden überlässt. Macht man dies, ist die Rechtmäßigkeit der Handlung durch die Polizei nicht mehr überprüfbar. Deshalb stets beschlagnahmen lassen!

Die Polizei verlangt stets den PIN-Code und erklärt hierbei – wahrheitswidrig – dass man das Handy ohnehin entsperren könnte, aber hier hohe Kosten entstehen würden.

Zweiter Tipp

Das ist Unsinn, da die derzeitigen Verschlüsselungssysteme nicht gehackt werden können. Der PIN-Code wird nicht herausgegeben!

Bei allen Betriebssystemen der gängigen Mobiltelefone (iOS, Android oder Windows Mobile) wird eine 128 Bit oder 256 Bit AES-Verschlüsselung eingesetzt, die – bei richtiger Implementierung –derzeit nicht zu knacken ist. Die Ermittlungsbehörden haben keine Möglichkeit, die Daten auf dem Handy zu entschlüsseln. Einzig durch die sog. „Brute-Force-Attack“ (d. h. das Ausprobieren der möglichen Schlüssel) wäre dies möglich, wobei es die vorgenannten Verschlüsselungssysteme aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten praktisch unmöglich machen, den richtigen Schlüssel zu „erraten“.

Dritter Tipp

Ebenso wie ein Beschuldigter vorläufig ohne seinen Strafverteidiger nichts gegenüber den Ermittlungsbehörden äußern sollte, sollte auch niemals etwas, was durch die Polizei in diesem Zusammenhang vorgelegt wird, unterschrieben werden. Regelmäßig ist man aufgeregt, wodurch man auch das vorgelegte Formular nicht genau liest und plötzlich gibt man durch die Unterschrift seine Rechte preis! Letzteres erlebt man als Strafverteidiger leider sehr oft.

Sollten Sie ein strafrechtliches Problem haben, wenden Sie sich gerne an uns. Rechtsanwalt Dr. Florian Eder, LL.M. ist Fachanwalt für Strafrecht mit ausgewiesener Expertise im Bereich des gesamten Strafrechts (Kapitalstrafrecht, Betäubungsmittelstrafrecht, Jugendstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Steuerstrafrecht, Sexualstrafrecht, etc.).


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Ordnungswidrigkeiten­recht, Strafrecht

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