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Kapitalaufbringung durch Einlage einer Domain

  • 1 Minute Lesezeit

Bei Gründung einer GmbH oder Kapitalerhöhungen muss nicht zwingend Geld fließen, sondern es sind auch Sacheinlagen möglich. Neben „greifbaren“ Sacheinlagen, wie Einrichtungsgegenstände, Grundstücke, etc. kann auch eine Domain sehr werthaltig sein.

Was ist eine Domain?

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einer Domain eine bestimmte Internetadresse. Technisch gesehen ermöglicht die Domain eine komfortablere Nutzung des Internets, da – ohne Domain - zum Aufruf einer Internetseite eine bestimmte IP-Adresse eingegeben werden müsste. Rechtlich gesehen bezeichnet die Domain das Recht eine bestimmte Internetadresse zu benutzen. Dieses Recht beruht auf einen Vertrag zwischen Domaininhaber und der Domain-Vergabestelle, für Domains mit der Endung .de ist dies die DENIC Domain Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft eG. Das heißt: rechtlich wird bei einer Domainübertragung der Registrierungsvertrag mit der Vergabestelle vom alten Inhaber auf den neuen Inhaber übertragen.

Werthaltigkeit einer Domain

Wenn die Domain als Sacheinlage erbracht werden soll, so muss der Wert der Sacheinlage im Zeitpunkt der Anmeldung der Gesellschaft zur Eintragung in das Handelsregister zumindest dem Nennbetrag des dafür übernommenen Geschäftsanteils entsprechen. Wenn beispielsweise im Rahmen einer Kapitalerhöhung ein neuer Geschäftsanteil im Nennwert von EUR 5.000 ausgegeben wird, der gegen Einbringung der Domain erworben werden kann, dann muss die Domain zumindest den Wert von EUR 5.000 innehaben.

Ein entsprechender Wert ist gegenüber dem Handelsregister nachzuweisen. Erste Anhaltspunkte können die zahlreichen „Domain-Bewerter“ im Internet sein. Insbesondere bei bestimmten Schlagworten oder einer gefragten regionale Spezialisierung können hier durchaus erhebliche Werte zustandekommen.

Zu beachten

Die Übertragung der Domain auf die GmbH ist rechtlich speziell. Zum einen ist eine Zustimmung der Vergabestelle erforderlich. Die DENIC hat diese Zustimmung, so zumindest die herrschende Auffassung, bereits durch § 6 Abs. 2 Domain-Vergabebedingungen bei der Erstregistrierung erteilt. Weiter sind Domainübertragungen aus Gewährleistungssicht regelmäßig kritisch, da ggf. auch Dritte ein Nutzungsrecht an der Domain geltend machen können, z.B. aufgrund Markenrechts.

Fazit

Die Einbringung einer Domain ist möglich, jedoch sollte der Einbringungsvertrag sauber formuliert sein. Weiter muss der Wert der Domain nachweisbar dokumentiert sein.



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