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Kein fiktiver Schadenersatz für Baumängel

Rechtstipp vom 13.01.2019
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Rechtstipp vom 13.01.2019
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Sachverhalt

Mängel am Bau sind leider nicht die Ausnahme, sondern fast schon zur Regel geworden. Bis vor etwa einem Jahr hatte der Bauherr die Möglichkeit, bei Vorliegen eines Baumangels als Schaden die Kosten der Mängelbeseitigung geltend zu machen, ohne die Beseitigung des Mangels selbst vorzunehmen.

Die Entscheidung

Der Möglichkeit, einen Schaden auf fiktiver Kostenbasis geltend zu machen, hat der Bundesgerichtshof mit seiner Entscheidung vom 22.02.2018 Aktenzeichen VII ZR 46/17 einen Riegel vorgeschoben. Als Schaden kann nur noch entweder die Differenz aus einem Wertvergleich zwischen dem mangelhaften und dem mangelfreien Werk, oder durch Kürzung des Werklohnanteils, der auf die mangelhafte Leistung entfällt, geltend gemacht werden. 

Auswirkung

Diese Änderung der Rechtsprechung hat erhebliche Bedeutung, vor allem für die Mängel, die eigentlich nicht ins Gewicht fallen und für die der Bauherr vielleicht nur Kasse machen möchte. 

Wird z. B. eine Fußbodenheizung versehentlich im kleinen Hauswirtschaftraum nicht verlegt, hat der Bauherr möglicherweise nicht wirklich ein Problem damit, weil sich in dem Raum nicht dauerhaft Personen aufhalten. 

Dennoch wären die Kosten der Mängelbeseitigung ganz erheblich (Ausräumen des Raumes, Abbruch des Fußbodenoberbelages, Ergänzung der Heizleitung, Neuverlegung der Fliesen, Widereinräumen des Raumes, ggf. auch Mietminderung oder Nutzungsausfall). 

Hinweis/Empfehlung

Als Handwerker sollten Sie nach der neuen Rechtsprechung eine Kürzung ihrer Vergütung um die fiktiven Kosten der Mängelbeseitigung nicht mehr ohne weiteres akzeptieren.  

Als Bauherr müssen Sie sich zukünftig genau überlegen, ob Sie einen Mangel beseitigen wollen, oder nicht. 

Für Rückfragen zu diesem Thema stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.


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