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Kein Geld bei Sturz auf dem Tennisplatz

Rechtstipp vom 29.07.2015
Rechtstipp vom 29.07.2015

Das Kammergericht Berlin (AZ. 6 U 54/1) hat ein bemerkenswertes Urteil zum Thema private Unfallversicherung gefällt.

Eine Tennisspielerin war beim Spiel auf dem Platz umgeknickt und hatte sich am Fuß verletzt, was zu einer dauerhaften Gesundheitsschädigung führte. Sie trug vor, dass sie auf einem Blatt ausgerutscht sei, konnte das aber nicht beweisen. Die Versicherung verweigerte die Leistung, so dass die verletzte Spielerin klagte. Das Gericht wies die Klage ab.

Ein Unfall im Sinne der Versicherungsbedingungen ist ein plötzliches, von außen auf den Körper wirkendes Ereignis. Hieran ließ das Gericht die Klage scheitern. Denn wer auf normalem Boden ausrutscht, ist selber schuld. Das ist allgemeines Lebensrisiko und kein von außen wirkendes Ereignis. Hätte die Klägerin nachweisen können, dass sie auf einem Blatt ausgerutscht ist, hätte die Sache anders ausgesehen. Denn wenn der Boden ungewöhnlich ungünstig ist – was auf Glätte durch Laub, Eis, Schnee, Nässe, o.a. zurückzuführen sein kann – liegt definitionsgemäß ein Unfall vor. Die Unfallversicherung muss leisten.

Merke: Bei einem Unfall Beweise sichern, z.B. Handy-Foto oder Zeugen mit Namen und Anschrift, und beim Ausfüllen des Fragebogens für Anspruchsteller der Versicherung immer die Definition von Unfall im Kopf haben. Der Satz „Ich bin da hingefallen“ reicht nicht.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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