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Kein Recht des Arbeitgebers auf ständige Erreichbarkeit des Arbeitnehmers – Privathandy für AG tabu!

Rechtstipp vom 09.07.2018
Rechtstipp vom 09.07.2018

Arbeitnehmer sind grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre private Mobilfunknummer beim Arbeitgeber anzugeben. Dieser kann auch auf anderem Weg sicherstellen, dass Beschäftigte im Notfall erreicht werden können. Nur unter besonderen Bedingungen und in engen Grenzen hat ein Arbeitgeber das Recht auf Kenntnis der privaten Handynummer eines Angestellten. Die Revision wurde gegen dieses Urteil vom LAG Thüringen nicht zugelassen (Urteil vom 16.05.2018, Az.: 6 Sa 442/17 und 6 Sa 444/17).

Das Landesarbeitsgericht macht damit deutlich, welches Gewicht der Datenschutz auch im Arbeitsleben hat. Verhandelt wurde die Klage von Mitarbeitern eines kommunalen Gesundheitsamtes, die von ihrem Arbeitgeber verlangten, dass eine Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Der Arbeitgeber hatte die Arbeitnehmer aufgefordert, dass sie ihre Handynummer für Bereitschaftsdienste angeben. Die Arbeitnehmer, die hierzu nicht bereit waren, wurden abgemahnt. 

Wenn ein Arbeitgeber die Handynummer eines Beschäftigten habe, sei es für ihn möglich, den Mitarbeiter fast immer und überall zu erreichen. Das sei ein erheblicher Eingriff in Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers, der nur unter ganz besonderen Umständen gegen seinen Willen und nur dann hinnehmbar sei, wenn sich die Arbeitspflichten des Mitarbeiters nicht anders sinnvoll organisieren ließen. 

Achtung: Unser Blog und unsere Hinweise ersetzen keine Beratung im Einzelfall! Wir beraten und vertreten Arbeitnehmer, Führungskräfte und Personalabteilungen in allen arbeitsrechtlichen Belangen auch rund um das Thema „Abmahnung und Kündigung von Arbeitsverhältnissen“ gerne persönlich, telefonisch oder per Mail. Sie können uns Ihr Anliegen samt den relevanten Unterlagen gerne unverbindlich als PDF mailen, faxen oder per Post zusenden. Wir schauen diese für ein unverbindliches Angebot durch und setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung, um das Machbare bestmöglich für Sie zu realisieren. Ein Mandat kommt erst mit schriftlicher Mandatserteilung zustande.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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