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Keine Nachzahlung infolge fehlerhafter Stromabrechnung

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Das Amtsgericht Lehrte sprach kürzlich mit dem Urteil vom 08.02.018 einem Verbraucher Recht zu, der aufgrund einer fehlerhaften Stromabrechnung gegenüber einem Energiedienstleistungsunternehmen eine Nachzahlung für angeblich bezogenen Strom verweigerte. 

Dem Urteil liegt folgender Sachverhalt zugrunde: 

Die Parteien streiten über den Ausgleich von vermeintlich von dem Beklagten bezogener elektrischer Energie. 

Der Beklagte trägt vor, er habe mit seinem damaligen Vermieter bei Einzug eine Vereinbarung dahin gehend getroffen, dass er lediglich eine Pauschale an den Vermieter zahle, dieser jedoch den Strom, der für die Wohnung des Beklagten nicht separat erfasst werden konnte, unmittelbar gegenüber dem Energiedienstleister bezahle. Im Laufe des Mietverhältnisses verschlechterte sich das Verhältnis zwischen dem Mieter und dem Vermieter und dieser meldete den Mieter ca. eineinhalb Jahre nach seinem Einzug bei dem Energieversorger an.

Dies legte den vom Vermieter mitgeteilten Zählerstand für die Anmeldung und spätere Abrechnung zugrunde, ohne danach zu differenzieren, dass der gemeldete Zählerstand den angeblichen Anfangsstand zum Zeitpunkt des Einzugs dokumentieren sollte. Dies war fehlerhaft, befand das Amtsgericht Lehrte. Die Rechnung sei offensichtlich nicht ordnungsgemäß, da der zugrunde gelegte Zählerstand sich unstreitig nicht auf das Datum der Anmeldung, sondern auf das Datum des Einzuges bezog, dies jedoch in der Abrechnung nicht ordnungsgemäß angegeben war. Eine offensichtlich fehlerhafte Rechnung könne jedoch keine taugliche Grundlage für eine Nachforderung sein. Daher sei der aufgeführte Zahlungsbetrag von dem Kunden nicht zu begleichen. 

Praxistipp

Das Urteil zeigt einmal mehr, dass sich eine genaue Prüfung der Abrechnung des Energiedienstleistungsunternehmens lohnt. Weist die Abrechnung – wie hier – einen offenkundigen Fehler auf und ist aus sich selbst heraus fehlerhaft, kann sie nicht Grundlage einer Nachforderung sein. In einem solchen Fall stehen die Chancen gut, sich gegen eine Nachforderung mit Erfolg zu wehren. 

Rechtsanwältin, Notarin und Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht Dr. Viviane von Lilienfeld-Toal, Kanzlei von Lilienfeld Partnerschaft mbB, Hannover – Kirchrode


Rechtstipp vom 21.02.2018

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