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Keine Scheidung ohne Fahrplan

Rechtstipp vom 12.03.2018
(8)
Rechtstipp vom 12.03.2018
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Kommt ein Ehepartner zu dem Entschluss, die Ehe nicht mehr weiterführen zu wollen, macht er sich früher oder später Gedanken, sich scheiden zu lassen. Allerdings sollte eine Scheidung gut vorbereitet sein, wenn man vermeiden möchte, am Ende benachteiligt zu sein. 

Trennung vorbereiten

Voraussetzung für eine Scheidung ist das sogenannte Trennungsjahr. Das bedeutet, dass die Ehepartner mindestens ein Jahr getrennt voneinander leben müssen. Auch wer glaubt, sich im „Guten“ trennen zu können, sollte dennoch für den „Ernstfall“ vorsorgen. Daher sollten Ehepartner bereits vor der Trennung Nachweise über die Vermögensverhältnisse des anderen Ehepartners sammeln, dokumentieren und sicherstellen, wie zum Beispiel Nachweise über die betriebliche Altersvorsorge oder Lebensversicherungen, Aktien und andere Wertpapiere. So vermeidet der einkommensschwächere Ehepartner, der aufgrund der Scheidung einen Anspruch auf Zugewinn hat, weniger zu bekommen, als ihm oder ihr zusteht.

Ablauf des Trennungsjahrs

Die Trennung beginnt mit dem Trennungsgespräch und der darauffolgenden Trennung von „Tisch und Bett“. Zwar ist ein Trennungsgespräch nicht zwingend erforderlich, aber aus psychologischer Sicht sinnvoll, damit beide Partner die Trennung verarbeiten können. Die erforderliche räumliche Trennung erfolgt dann meist mit dem Auszug eines Partners. Es ist aber auch eine Trennung möglich, wenn beide Ehepartner in derselben Wohnung oder demselben Haus wohnen. Voraussetzung ist jedoch, dass jeder Ehepartner einen getrennten Haushalt führt.

Versöhnungsversuche erlaubt

Ehepartner sollen von Versöhnungsversuchen nicht abgeschreckt werden. Daher unterbrechen oder beenden Versöhnungsversuche nicht das Trennungsjahr. Das bedeutet, dass die Ehepartner im Rahmen ihres Versöhnungsversuchs die eheliche Lebensgemeinschaft wiederaufnehmen dürfen, also „Tisch und Bett“ erneut teilen können. Scheitert der Versöhnungsversuch, hat er keine Auswirkung auf das Trennungsjahr. Kommt es aber tatsächlich zur Versöhnung und folgt darauf wieder eine Trennung, läuft das Trennungsjahr von Neuem an.

Unterhaltsansprüche rechtzeitig geltend machen

Ab dem Zeitpunkt der Trennung bestehen für den einkommensschwächeren Ehepartner Unterhaltsansprüche gegenüber dem anderen Ehepartner. Wichtig dabei ist, dass die Unterhaltspflicht erst dann entsteht, wenn der unterhaltsberechtigte Ehepartner tatsächlich die Unterhaltsansprüche gegenüber dem anderen Ehepartner einfordert und/oder den Ehepartner auffordert, Auskunft über sein Einkommen zu geben. Das bedeutet: Grundsätzlich kann für die Vergangenheit kein Unterhalt gefordert werden.

Umgangsrecht für Kinder regeln

Sind gemeinsame Kinder vorhanden, sollte auch das Umgangsrecht geregelt werden. Dabei sollte geklärt werden, ob statt des bisherigen Residenzmodells das mittlerweile anerkannte Wechselmodell vorzuziehen ist. Das Residenzmodell bedeutet, dass die Kinder bei einem Elternteil leben und alle zwei Wochen am Wochenende den anderen Elternteil besuchen. Im Wechselmodell leben die Kinder abwechselnd im wöchentlichen Turnus eine Woche bei einem Elternteil, die nächste bei dem anderen. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind hierbei im Rahmen des Kindeswohls vielfältig. So können beispielsweise die Kinder ab Freitag nach Kindergarten und Schule bis Montag früh bei dem Vater leben und den Rest der Woche bei der Mutter oder auch umgekehrt.


Rechtstipp aus der Themenwelt Scheidungsfolgen: Haus, Hund und Co. und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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