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Kindergeld, Kindesunterhalt und UVG beim paritätischen Wechselmodell

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Immer wieder stellen sich Eltern die Frage, ob Unterhaltsansprüche bestehen und wie das Kindergeld aufzuteilen ist, wenn sie ihr Kind im paritätischen Wechselmodell, d. h. eine anteilige Betreuung von je 50 %, betreuen.

1. Wechselmodell und Unterhaltsvorschuss

Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 11.10.2012, Az.: BVerwG 5 C 20.11, entschieden, dass in einem solchen Fall die Voraussetzungen für die Bewilligung von Unterhaltsvorschuss nicht gegeben sind. Ein Anspruch eines Elternteils entfällt daher, da der Schwerpunkt der Betreuung nicht bei einem Elternteil liegt.

2. Wechselmodell und Kindesunterhalt

Beim paritätischen Wechselmodell kann der Schwerpunkt der Betreuung bei einem Elternteil nicht festgestellt werden. Folge ist, dass beide Elternteile zum Barunterhalt verpflichtet sind. Der Bedarf des Kindes richtet sich dabei nach den zusammen gerechneten Einkünften der Eltern. Es ist daher ein Irrglaube, dass man grundsätzlich von keiner Unterhaltspflicht beim Wechselmodell ausgeht.

3. Wechselmodell und Kindergeld

Das Kindergeld wird immer nur an einen Elternteil ausgekehrt. Derjenige Elternteil, der das Kindergeld nicht bekommt, hat unter Umständeneinen Anspruch auf Auskehrung des hälftigen Kindergeldes aus dem familienrechtlichen Ausgleichsanspruch. Die auf den Barunterhalt entfallende Hälfte des Kindergeldes ist nach den Einkommensverhältnissen der Eltern zu verteilen.

Ihre Maria Mühle, Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Erbrecht, zertifizierter Verfahrensbeistand der ETL Rechtsanwälte Riesa & Dresden


Rechtstipp vom 25.06.2018
aus der Themenwelt Kindesunterhalt und Düsseldorfer Tabelle und dem Rechtsgebiet Familienrecht

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