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Kindergeldausgleich im Wechselmodell

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Vom Wechselmodell spricht man, wenn beide Elternteile sich die Betreuung des Kindes nach einer Trennung oder Scheidung teilen. Maßgebend ist, dass bei keinem Elternteil der Schwerpunkt der tatsächlichen Förderung und Fürsorge liegt und keiner die Hauptverantwortung hat. Beim Wechselmodell hat sich die höchst umstrittene Frage aufgeworfen, ob ein Anspruch auf Auskehrung des hälftigen Kindergeldes besteht. Bekanntlich deckt das Kindergeld zur einen Hälfte den Barbedarf des Kindes und zur anderen Hälfte den Betreuungsbedarf. Der auf die Betreuung entfallende Anteil des Kindergeldes wird beim Wechselmodell grundsätzlich hälftig geteilt.

Damit stellt sich die Frage, wie mit dem Barunterhalts-Anteil des Kindesgeldes zu verfahren ist. Ein Anspruch kann sich aus dem Gesichtspunkt des familienrechtlichen Ausgleichsanspruchs ergeben. Fehlt es an einem Gesamtausgleich zwischen den unterhaltspflichtigen Eltern, dann kann der Anspruch auf Auskehrung des Kindergeldes selbstständig geltend gemacht werden. Hier ist zu beachten, dass die auf den Barunterhalt entfallende Hälfte des Kindergeldes nach dem Maßstab der Einkommensverhältnisse der Eltern zu verteilen ist. Dies hat zur Folge, dass der besser verdienende Elternteil durch das Kindergeld in einem größeren Umfang entlastet wird. Hierzu hat der BGH (Beschluss vom 20.4.2016, XII ZB 45/15) jetzt Klarheit geschaffen und entschieden: Die Teilung des Barunterhalts-Anteils im Wechselmodell orientiert sich an den Einkommensverhältnissen. Wenn also ein Elternteil mehr verdient und etwa für entstehende Mehrkosten (Fahrtkosten, Sportverein, Klavierstunden etc.) auch mehr zahlt, dann soll er auch in höherem Maße vom Kindergeld profitieren. Beachten Sie: Vorstehendes gilt nur für den Barunterhalts-Anteil des Kindergeldes.

Autor : Wolfgang Chaborski


Rechtstipp vom 25.07.2016
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und den Rechtsgebieten Familienrecht, Unterhaltsrecht

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