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Kinderpornografie: Strafverteidigung bei Hausdurchsuchung und Vorwurf wegen § 184b StGB

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Kinderpornografie ist ein sensibles Thema. Bereits der Verdacht kann enorme Auswirkungen auf Berufs- und Privatleben haben. Dabei hat die Mehrzahl der Konsumenten keinerlei pädophile Neigungen und würde einem Kind in der Realität niemals Gewalt antun. Die meisten handeln aus reiner Neugier.

Dabei erfahren Beschuldigte häufig erst durch eine Hausdurchsuchung von einem Ermittlungsverfahren wegen Verbreitung, Erwerbs oder Besitzes kinderpornografischer Schriften. Nun sollte man schnell handeln und einen spezialisierten Anwalt zu Rate ziehen.

Was ist Kinderpornografie?

Kinderpornografische „Schriften“ sind alle Abbildungen sexueller Handlungen von und an Kindern (Personen unter 14 Jahren) zeigen. Bilder oder Videos nackter oder leicht bekleideter Kinder erfüllen damit nicht automatisch den Tatbestand der Kinderpornografie.

Dazu gehören nicht nur „Schriften“ im engeren Sinne, erfasst sind von diesem Begriff auch Ton- und Bildträger, Datenspeicher, Abbildungen und andere Darstellungen.

Pornografischer Natur sind diese Schriften, wenn sie ausschließlich oder überwiegend auf die Erregung eines sexuellen Reizes abzielen.

Was ist strafbar?

Im Prinzip ist sämtlicher Umgang mit Kinderpornografie verboten. Es genügt, dass sich die Darstellung ihrem äußeren Erscheinungsbild nach als Kinderpornografie darstellt – ob die als Kind dargestellte Person tatsächlich unter 14 Jahre alt ist, ist für die Bewertung unerheblich.

Welche Strafe droht?

Für den Erwerb und die Verbreitung kinderpornografischer Schriften droht eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren. Bei gewerbsmäßigem Handeln oder als Teil einer Bande droht sogar eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren.

Auch der reine Besitz von Kinderpornografie ist strafbar. Hierfür kann es eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe geben.

Was kann ein Anwalt tun?

Ob ein Fall von Kinderpornografie vorliegt, ist oftmals nicht so eindeutig, wie es zunächst scheinen mag. Die Bewertung erfordert einer Auslegung im Einzelfall, die in jedem Fall von einem erfahrenen und spezialisierten Anwalt vorgenommen werden sollte. Daneben wird auch zu prüfen sein, ob die konkreten Ermittlungsmaßnahmen (wie Hausdurchsuchung, Beschlagnahme etc.) rechtmäßig waren.

Ziel ist es nicht nur, eine Haftstrafe zu vermeiden, sondern vor allem, die Einstellung des Verfahrens nach § 153a StGB zu erreichen. Denn so wird das Ermittlungsverfahren ohne eine öffentliche Hauptverhandlung beendet und es findet keine Eintragung in Ihr Führungszeugnis statt.

Gerade bei solch einem sensiblen Tatvorwurf ist es wichtig, sich einen Anwalt zu suchen, der mit der Materie vertraut ist. Denn hier sind nicht nur spezielle juristische Kenntnisse gefragt, die Verteidigung bei Mandaten mit Bezug zu Kinderpornografie erfordert auch ein gewisses technisches Verständnis.


Rechtstipp vom 20.06.2018
Aktualisiert am 21.06.2018
aus der Themenwelt Straftaten und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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