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Kindesunterhalt – Wer muss bei beiderseitiger Betreuung zahlen?

Rechtstipp vom 06.09.2018
Rechtstipp vom 06.09.2018

Eine Trennung ist nie leicht, besonders für die Kinder. Um es dem Kind jedoch leichter zu machen, entscheiden sich immer mehr Eltern für eine beiderseitige Betreuung. Doch wie wird der Unterhalt in einem solchen Fall geregelt? Nun mehr dazu!

Betreuung auch Teil der Unterhaltspflicht

Laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind beide Elternteile unterhaltspflichtig. Oft heißt es, dass diese Pflicht mit der Volljährigkeit des Kindes verfällt. Dem ist aber nicht so. Solange sich die Kinder in einem Studium oder in einer Ausbildung befinden, muss weiterhin für diese gesorgt werden.

Die Unterhaltspflicht besteht jedoch nicht nur aus dem rein finanziellen Teil, sondern beinhaltet ebenso einen Betreuungsanteil. Dieser Part verfällt jedoch mit dem 18. Lebensjahr des Kindes. Nun wird nur noch der finanzielle Unterhalt fällig.

Mögliche Umgangsregelungen

Zu bestimmen, wo das Kind wann lebt, ist eine der wichtigsten Aufgaben während einer Trennung. Mit der Zeit haben sich drei Modelle als beliebt erwiesen.

Das Residenzmodell

Das Residenzmodell ist wohl das Bekannteste unter den Dreien. Hier lebt das Kind hauptsächlich bei einem Elternteil. Der umgangsberechtigte Teil betreut es jedes zweite Wochenende. Somit fällt der Betreuungsteil der Unterhaltspflicht nur einem Teil der Eltern zu, der andere ist also finanziell unterhaltspflichtig. Dies bemisst sich am Einkommen bzw. Vermögen des umgangsberechtigten Teils.

Der erhöhte Umgang

Der Unterschied zwischen dem Residenzmodell und dem erhöhten Umgang sagt bereits der Name. Der umgangsberechtigte Teil betreut das Kind häufiger als nur an jedem zweiten Wochenende. Dies kann sich in Form einer ganzen Woche oder gar einem ganzen Monat widerspiegeln.

An der Unterhaltspflicht ändert dies jedoch kaum etwas. Der Betreuungsteil fällt weiterhin dem Elternteil zu, der das Kind hauptsächlich betreut. Der umgangsberechtigte Part muss weiterhin Unterhalt in finanzieller Form aufbringen. Mögliche Mehrkosten durch den erhöhten Umgang können bei den Unterhaltszahlungen durch den Richter ausgeglichen werden.

Das Wechselmodell

Das wohl mittlerweile beliebteste Modell ist das Wechselmodell. Hier betreuen beide Elternteile das Kind zu 50 Prozent. Der finanzielle Teil muss hier im Einzelfall anhand der Einkommensverhältnisse geregelt werden.

Gerichte können ein Wechselmodell anordnen

Laut dem Bundesgerichtshof (BGH) ist es möglich, dass Gerichte das sogenannte Wechselmodell anordnen. Dies kann allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen geschehen. Oft wird die Frage aufgeworfen, wenn ein Partner eine solche Regelung anstrebt, der andere dies jedoch ablehnt.

Der Grundstein für eine solche Anordnung ist eine mögliche Kommunikation zwischen den Parteien. Wenn diese durch diverse Streitigkeiten zu stark gestört ist, kann eine solche Regelung nicht in Kraft treten. Des Weiteren müssen beide Eltern erziehungsfähig sein und eine feste Beziehung zu dem Kind aufweisen. Zuletzt sollte die Sichtweise des Kindes selber berücksichtigt werden. Hier steigt die Relevanz der Aussage mit dem Alter des Kindes.

Unterhaltsregelung bei beiderseitiger Betreuung

Da bei einem Wechselmodell der Betreuungsteil der Unterhaltspflicht zu gleichen Anteilen geteilt wird, muss der finanzielle Teil ebenfalls geteilt werden. Dies wird jedoch nicht zu jeweils 50 Prozent gehandhabt, sondern anhand der Einkommens- und Vermögensverhältnisse festgestellt. Hierzu werden beide Einkommen addiert (100 Prozent) und anschließend wird festgestellt, welcher Elternteil zu welchen Prozentsatz dazu beiträgt. In diesem Verhältnis wird nun die Unterhaltssumme berechnet.

In der Folge wird werden noch der Selbstbehalt, der Abzug aufgrund beiderseitiger Betreuung und das Kindergeld anteilig abgezogen. Die Berechnung finden Sie in der Düsseldorfer Tabelle. Für eine genaue und korrekte Beratung sollten Sie allerdings einen Fachanwalt aufsuchen. Wir, die Kanzlei Mingers & Kreuzer, stehen Ihnen dazu gerne zur Verfügung. Kontaktieren können Sie uns unter der angegebenen Telefonnummer.


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Unterhaltsrecht

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