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Kniegelenksschäden eines Fließenlegers stellen keine Berufskrankheit dar

Rechtstipp vom 09.01.2014
(15)
Rechtstipp vom 09.01.2014
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Das Sozialgericht Karlsruhe hat mit einem Urteil vom 12.12.2013, Aktenzeichen: S 1 U 225/13, entschieden, dass die Kniegelenksschäden eines Fließenlegers keine Berufskrankheit darstellen.

Im vorliegenden Fall arbeitete der 1967 geborene Kläger bis Januar 2001 als Fliesenlegergeselle im väterlichen Betrieb, den er sodann als selbstständiger Unternehmer fortführte.

Nach den Feststellungen der beklagten Berufsgenossenschaft hatte der Kläger im Rahmen dieser Tätigkeiten etwa 1,8 Stunden je Arbeitsschicht meniskusbelastende Körperhaltungen eingenommen. Die Gesamtstundenzahl kniebelastender Tätigkeiten habe 18.850 Stunden bei durchschnittlich 4,3 Stunden je Arbeitsschicht betragen.

Wegen Knieproblemen stellte der Kläger seine "praktische Arbeit" ab Januar 2008 ein und unterzog sich mehrerer operativer Eingriffe am linken Kniegelenk. Seinen Antrag, eine Meniskuserkrankung und eine Kniegelenksarthrose des linken Kniegelenks jeweils als Berufskrankheit  anzuerkennen, lehnte die Berufsgenossenschaft ab. 

Daraufhin erhob er Klage vor dem Sozialgericht Karlsruhe, welches die Klage jedoch abwies.

Nach Ansicht der Richter sei keine Berufskrankheit gegeben.  Voraussetzung für die Feststellung von Gesundheitsstörungen als Folge einer Berufskrankheit sei, dass der Versicherte sowohl die jeweiligen arbeitstechnischen als auch die medizinischen Voraussetzungen erfülle.

Eine Meniskuserkrankung (BK Nr. 2102) setze voraus, dass der Versicherte während eines wesentlichen Teils seiner täglichen Arbeitszeit meniskusbelastende Arbeitshaltungen eingenommen habe. Dies sei beim Kläger nicht der Fall

In Bezug auf die Kniegelenksarthose (BK Nr. 2112) seien zwar die arbeitstechnischen, nicht aber die medizinischen Voraussetzungen gegeben. Es sei bei einer wie hier gegebenen beidseitigen Gelenksbelastung  nach medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erwarten, dass das Ausmaß einer Gelenksarthrose weitgehend symmetrisch verlaufe. Da dies vorliegend gerade nicht der Fall sei, sei der ursächliche Zusammenhang der Kniegelenksarthrose mit beruflichen Belastungen nicht wahrscheinlich.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Öffentliches Recht, Sozialrecht

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