Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Krankenversicherung muss Kosten für sogenannte Fett­schürzen­resektion erstatten

  • 1 Minute Lesezeit
  • (13)

Das Sozialgericht Osnabrück hat mit einem Urteil vom 23.01.2018, Aktenzeichen: S 42 KR 182/16, entschieden, dass die gesetzliche Krankenversicherung verpflichtet, die Kosten für eine Fettschürzenresektion zu erstatten.

Im vorliegenden Fall nahm die Klägerin in einem Zeitraum von knapp zwei Jahren 46 kg ab. Seitdem wiegt sie bei einer Größe von 170 cm 73,5 kg. Die Klägerin beantragte im Juni 2015 unter Beifügung einer ärztlichen Empfehlung die Kostenübernahme einer Fettschürzenresektion durch die beklagte Krankenversicherung. Nach Einholung einer Stellungnahme durch ihren medizinischen Dienst lehnte diese eine Kostenübernahme ab. Die Haut sei durch gute Pflege reizlos, eine zu befürchtende optische Entstellung sei kompensierbar. Schließlich ließ die Klägerin die Fettschürze auf eigene Kosten entfernen. Die hierfür entstandenen Kosten in Höhe von 5.712 Euro, welche von ihr selbst beglichen wurden, forderte sie nunmehr von der Beklagten ein.

Zu Recht, wie die 42. Kammer des Sozialgerichts Osnabrück entschied.

Nach Ansicht der Richter handele es sich zwar bei der Klägerin weder um eine funktionelle Einschränkung mit Krankheitswert als auch um keine durch die Fettschürze bedingte behandlungsbedürftige Hauterkrankung, jedoch könne nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts ausnahmsweise eine Entstellung Krankheitswert haben und eine Operation rechtfertigen. Diese Voraussetzung sei vorliegend bei der Klägerin aufgrund der Größe und dem Erscheinungsbild der Fettschürze gegeben. Dabei berücksichtigte die Kammer zudem die Tatsache, dass die Klägerin aufgrund ihrer Berufskleidung als Krankenschwester nur begrenzte Möglichkeiten hatte, die Hautfalten zu kaschieren.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Sozialrecht, Sozialversicherungsrecht

Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Rechtstipps-Newsletter abonnieren

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Newsletter jederzeit wieder abbestellbar.