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Krankheit des Arbeitnehmers – Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

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Wenn ein Arbeitnehmer krank wird und aufgrund dieser Arbeitsunfähigkeit an seiner Arbeitsleistung verhindert wird, hat er gemäß § 3 Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz) einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber. Dieser Anspruch gilt für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zu einer Dauer von sechs Wochen.

Bei Fortdauer der Arbeitsunfähigkeit kann der Arbeitnehmer gegen die Krankenkasse einen Anspruch auf Krankengeld für einen Zeitraum von bis zu 72 Wochen haben.

Voraussetzung für die Entgeltfortzahlung ist das Bestehen des Arbeitsverhältnisses seit mindestens vier Wochen. In den ersten vier Wochen eines Arbeitsverhältnisses steht dem Arbeitnehmer also kein Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu.

Für eine erneute Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit bestimmt § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz weiter:

Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch auf Entgeltfortzahlung für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

  1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
  2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.

Die Arbeitsunfähigkeit muss die Folge einer Krankheit sein, an deren Bestehen den Arbeitnehmer kein Verschulden trifft. Der Arbeitnehmer darf die Krankheit also nicht selbst verschuldet haben, wobei hier ein grober Verstoß gemeint ist.

Der Arbeitgeber hat als Entgeltfortzahlung das volle Gehalt zu bezahlen. Die Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts bestimmt sich nach dem sogenannten Lohnausfallprinzip. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich diejenige Vergütung erhält, die er erhalten hätte, wenn er nicht arbeitsunfähig erkrankt wäre.

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinem Arbeitgeber unverzüglich die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer mitzuteilen. In den meisten Fällen finden sich Regelungen hierzu im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag. Die der Arbeitsunfähigkeit zugrunde liegende Krankheit muss dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden.

Hinsichtlich der Anzeige der Arbeitsunfähigkeit gegenüber dem Arbeitgeber gilt grundsätzlich, dass bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung („gelber Schein”, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie die voraussichtliche Dauer spätestens am folgenden Arbeitstag vorzulegen. Bei verspäteter Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann der Arbeitgeber sein Zurückbehaltungsrecht am Lohn geltend machen und gegebenenfalls mit einer Abmahnung oder Kündigung reagieren.

Gerne berate und vertrete ich Sie gegenüber dem Arbeitgeber und erforderlichenfalls in einem Klageverfahren vor dem Arbeitsgericht. Melden Sie sich gerne bei mir.


Rechtstipp vom 05.07.2018
aus der Themenwelt Lohn, Gehalt und Tantiemen und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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