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Kredit-Ausstieg durch Widerruf - Widerrufs-Joker spart Vorfälligkeitsentschädigung 6/8: Forward-Darlehen

Rechtstipp vom 23.06.2014
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Rechtstipp vom 23.06.2014
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Vorfälligkeitsentschädigung sparen durch vorzeitigen Kredit-Ausstieg mit dem Widerrufs-Joker – viele Medien berichten. Kreditverträge laufen oft viele Jahre, bis alles bezahlt ist. Die Kredit-Laufzeit beträgt oft über 30 Jahre. Bei den derzeit niedrigen Zinsen suchen viele Bankkunden den vorzeitigen Ausstieg und fragen: Was muss ich über den Widerrufs-Joker wissen? In Teil 1 – 3 sind die Themen Zinsbindung, vorzeitiger Ausstieg und Vorfälligkeitsentschädigung dargestellt worden. In Teil 4 ging es um das ewige Widerrufsrecht, den sog. Widerrufs-Joker, in Teil 5 ging es um die Frage der Fairness. Und hier in Teil 6 geht um die sog. Forward-Darlehen und die sog. Nicht-Abnahme-Entschädigungen.

Durch den Widerrufs-Joker (auch: Widerrufsjoker) sind auch bei Forward-Darlehen ab 2010 (und davor) Nicht-Abnahme-Entschädigungen oft vermeidbar. 70 % bis 80 % Erfolgschance hat der Widerrufs-Joker, so berichtet es aktuell z. B. auch Finanztest 07/2014.

Z.T. haben Bankkunden schon vor Ablauf der bisherigen Zinsbindung einen neuen Zins vereinbart, der erst in der Zukunft gilt (sog. Forward-Zins-Konditionen-Vereinbarung zu einem noch laufenden Kreditvertrag). Oder es ist ein neuer Kreditvertrag abgeschlossen worden, der erst in der Zukunft gelten soll (Forward-Darlehen).

Was eigentlich eine Absicherung für die Zukunft sein sollte, wird aber in Niedrig-Zins-Phasen wie jetzt ein teurer Bumerang: Wenn das Forward-Darlehen nicht abgenommen wird, verlangt die Bank auch eine Art Vorfälligkeitsentschädigung, die hier dann allerdings etwas anders heißt, und zwar Nichtabnahme-Entschädigung, denn das künftige Darlehen kommt ja gar nicht zum Zuge, es wird „nicht abgenommen“. Die Berechnung ist ähnlich wie bei der Vorfälligkeitsentschädigung, und es kommen ähnlich große Beträge dabei heraus.

Auch hier hilft in der überwiegenden Zahl der Fälle der Widerrufs-Joker.

Wichtige Hinweise:

a. Ab 11. Juni 2010 hat sich die Rechtslage so stark verändert, dass einige schon meinen, der Widerrufs-Joker habe nur bei Verträgen bis 10. Juni 2010 Chancen. Bei Forward-Darlehen gilt aber eine Besonderheit, sodass der Widerrufs-Joker bei Forward-Darlehen immer gute Chancen hat (also auch ab Juni 2010). Kurz gesagt: Bei allen Forward-Darlehen stehen die Chancen grundsätzlich gut, die Nicht-Abnahme-Entschädigung durch den Widerrufs-Joker zu vermeiden.

b. Vorfälligkeitsentschädigung (Teil 3) und Nicht-Abnahme-Entschädigung werden oft nebeneinander relevant: Die Bank verlangt zum einen eine Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen der laufenden Zinsbindungsfrist. Und oft wird dann zusätzlich auch eine Nichtabnahme-Entschädigung verlangt wegen einer Forward-Vereinbarung, mit der künftig eine Zinsbindung schon gesichert werden sollte. Anknüpfungspunkt ist einmal die vorzeitige Rückzahlung vor Ablauf der Zinsbindung und das andere Mal die Nichtabnahme (sodass die gesamte künftige Zinsbindungsphase gar nicht zum Tragen kommt).

Dass ca. 70 % bis 80 % der Fälle aussichtsreich sind, ergibt sich aus einer im Internet veröffentlichten Auswertung der Verbraucherzentrale Hamburg nach Auswertung der ersten 300 Fälle – bekräftigt nach Auswertung von nunmehr mehr als 10.000 Fällen (vgl. z. B. das aktuelle Heft der Zeitschrift Finanztest 07/2014, Herausgeber: die Stiftung Warentest). Wer es noch nicht getan hat, sollte vielleicht auch einmal seinen Kredit auf den Widerrufs-Joker prüfen lassen.

Überblick über alle 8 Beiträge

1. Vorzeitiger Ausstieg aus Kredit, aber wie?

2. Stichwort Zinsbindung

3. Stichwort Vorfälligkeitsentschädigung

4. Stichworte Widerrufs-Joker, Widerrufsbelehrung, ewiges Widerrufsrecht

5. Stichworte Fairness – Schaden-Ersatz

6. Stichworte Forward-Darlehen, Nichtabnahme-Entschädigung

7. Stichworte Kredit-Sachverständige, Kontenprüfung, Zinsdifferenz

8. Häufige Irrtümer – und wie Sie sie vermeiden!


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