Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Krise für 10.000 Anleger: Magellan-Container flogen unter dem Bafin-Radar

(12)

Über 10.000 Anleger waren stolze Containerbesitzer, aber mit der Insolvenz der Magellan Maritime Services GmbH stehen Millionen Euro auf der Kippe. Besonders prekär: An der eigentlichen Insolvenz des Hamburger Unternehmens sind die Anleger nicht wirklich beteiligt. „Hoffnung auf einen Platz in der Insolvenztabelle muss sich da niemand machen“, schätzt Rechtsanwalt Dr. Thomas Pforr die aktuelle Entwicklung aus Sicht eines Experten für Massenschadensfälle ein.

Die Magellan Maritime Services GmbH ist ein typisches Produkt des grauen Kapitalmarkts. Die selbst für Fachleute kaum zu durchschauende Struktur dieses Kapitalmarktprodukts offenbart in der Krise die größte Schwäche. Dr. Pforr: „Dem Anleger droht das Totalausfallrisiko!“

Sogenannte Direktinvestments fliegen bis heute unter dem Radar der Bafin und können recht problemlos von beinahe jedermann aufsichtsfrei gehandelt werden. Die Magellan-Anleger investierten in Container, die wiederum an die nun insolvente GmbH zur Weitervermarktung vermietet wurden.

Pforr: „Die Anleger haben Container mit Vermietungsgarantien gekauft, die nun nicht eingehalten werden können!“ Rund 400 Millionen Euro sollen in Form kaum noch wirtschaftlich verwertbarer Container mehr oder weniger führerlos auf den Weltmeeren treiben.

Der Anlegertraum hatte anders ausgesehen: „Ich kaufe einen Container mit Vermietungsgarantie und nach fünf Jahren kann ich ihn zum Einkaufspreis wieder zurückgeben. Keine Prospekte, keinerlei Regelwerk: Direktinvestments sind aktuell das Lieblingskind des grauen Kapitalmarkts, der hier – findig wie eh und je – eine Lücke im Kleinanlegerschutzgesetz gefunden und gleich wieder gut ausgenutzt hat. Eine geplante Gesetzesänderung kommt für die Magellan-Anleger zu spät.

Laut Dr. Pforr sollten insbesondere die Vermittler in den Fokus der Schadensrekonstruktion geraten: „Wir sind erfahren in der Beurteilung von Massenschadensfällen und werden uns auf die Suche nach den Verantwortlichen machen. Das Geld muss irgendwo geblieben sein – 400 Millionen Euro können selbst im Chinesischen Meer nur schwer unbemerkt verschwinden“.

Laut Dr. Pforr kommt neben dem Widerruf des Kaufvertrags auch die Forderung auf Herausgabe der Container durch den Insolvenzverwalter zur Schadensregulierung in Betracht, wobei insbesondere Widerruf aussichtsreich erscheint, da die Widerrufsbelehrung Hoffnung auf einen erfolgreichen Widerruf nährt. „Wir haben das geprüft und sind der Meinung, dass Verträge auf Basis fehlerhafter Formulierungen widerrufen werden können!“ Das hilft auf den ersten Blick nicht viel, räumt dem Anleger aber einen Platz in der Insolvenztabelle ein, da durch den Widerruf eine Forderung an die insolvente Magellan Maritime Service GmbH aufgebaut wird, die der Insolvenzverwalter zu berücksichtigen hat.

Dr. Pforr informiert Anlieger gerne über ihre Möglichkeiten.


Rechtstipp vom 06.06.2016
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Dr. jur. Thomas Pforr (Rechtsanwaltskanzlei Pforr)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.