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Kündigung erhalten? So handeln Sie richtig!

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Sie haben eine Kündigung erhalten und sind erbost über diese Tatsache? Dann sollten Sie sich dennoch nicht von Ihren Emotionen leiten lassen und einen kühlen Kopf bewahren.

Handeln Sie überlegt und richtig!

1. Welche Fristen habe ich zu beachten?

Eine wirksame und effektive Möglichkeit, sich gegen eine Kündigung zu wehren, ist die Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht. Diese muss innerhalb von drei Wochen erhoben werden. Lassen Sie diese Frist fruchtlos verstreichen, können Sie sich später nicht mehr gegen die erfolgte Kündigung wehren. Hierbei geht man dann davon aus, dass die Kündigung akzeptiert und hingenommen wird. Die Frist beginnt erst zu laufen, wenn die schriftliche Kündigung Ihnen tatsächlich zugegangen ist. Das zuständige Arbeitsgericht für die angestrebte Kündigungsschutzklage ist der Arbeitsort des Arbeitnehmers. Bereits in dieser Phase sollten Sie sich anwaltlichen Rat einholen. Ein Rechtsanwalt vermag die Erfolgsaussichten Ihrer Kündigungsschutzklage einzuschätzen und für Sie gegebenenfalls Klage erheben.

2. Ist die Kündigung formell fehlerfrei?

Ist Ihnen eine Kündigung erteilt worden, sollte diese auf ihre formelle Richtigkeit überprüft werden. Eine Kündigung bedarf unbedingt der Schriftform. Diese muss eigenhändig unterschrieben sein und dem Arbeitnehmer im Original zugehen. Haben Sie eine Kündigung via E-Mail oder Fax erhalten, so reicht dies für eine wirksame Kündigung nicht aus.

Die Kündigung muss unbedingt von einem Berechtigten unterschrieben sein. Bereits aus der Urheberschaft der Unterschrift muss sich ergeben, dass diese Person berechtigt ist, die Kündigung auszusprechen. Zweifel hierüber können die Kündigung unwirksam machen.

Falls ein Betriebsrat vorhanden ist, muss darauf geachtet werden, ob dieser auch tatsächlich angehört wurde. Ein Widerspruch des Betriebsrats zur erfolgten Kündigung macht die Kündigung zwar nicht unwirksam, eine nicht erfolgte Anhörung jedoch schon!

3. Hat der Arbeitgeber erforderliche Fristen beachtet?

Auch der Arbeitgeber ist an bestimmten Fristen bei der Kündigung gebunden. Diese Frist ergibt sich aus Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Gesetz § 622 BGB, wobei zugunsten des Arbeitnehmers die längste Frist zu nehmen ist.

4. Welche Kündigungsgründe gibt es?

Sofern eine Kündigungsschutzklage gegen den Arbeitgeber im Raum steht, sollten Sie beachten, dass dies erst ab sechs Monaten Betriebszugehörigkeit möglich ist. Zudem muss der Betrieb über mehr als zehn Arbeitnehmer haben.

Gesetzliche Kündigungsgründe sind die verhaltensbedingte, die personenbedingte und die betriebsbedingte Kündigung.

Abhängig von dem konkreten Kündigungsgrund muss der Arbeitgeber bestimmte Voraussetzungen beachten.

5. Sie wurden fristlos gekündigt?

Eine fristlose und außerordentliche Kündigung kann der Arbeitgeber aussprechen, wenn er eine schwere Verfehlung behauptet, sodass eine weitere Zusammenarbeit unzumutbar ist. Allerdings gilt es auch hier zu prüfen, ob eine grobe Verfehlung überhaupt vorliegt und ob der Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen – ab Bekanntwerden der groben Verfehlung – die Kündigung ausgesprochen hat.

6. Welche Personen genießen besonderen Kündigungsschutz?

Der Gesetzgeber hat für bestimmte Personen aufgrund ihrer besonderen Stellung und Schutzwürdigkeit besonderen Kündigungsschutz vorgesehen. Dies gilt insbesondere für Betriebsräte, Schwangere, Mütter und Väter in der Elternzeit, Datenschutzbeauftragte und Schwerbehinderte. Diesen Personen kann nur in gewissen Ausnahmefällen gekündigt werden.

Das Arbeitsrecht ist ein hoch komplexes Themengebiet, das oftmals zu schneller und besonnener Reaktion auffordert. FM legal | Rechtsanwälte beraten Sie gerne und umfassend zum Themenfeld Arbeitsrecht. Sofern Sie eine Kündigung erhalten haben und zudem schnell reagiert werden muss – Erhebung einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht – setzen wir Ihre Interessen durch.


Rechtstipp vom 14.03.2018
Aktualisiert am 16.03.2018
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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