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Kündigung erhalten – was soll ich tun?

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Stellen Sie sich vor, Sie haben von Ihrem Arbeitgeber die Kündigung erhalten. Dies ist ein Schreckensszenario, muss aber nicht das Ende bedeuten. Jetzt heißt es ruhig bleiben und sich informieren. 

1. Schnell reagieren – Klagefrist einhalten

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, sollten Sie sich schnell informieren. Nahezu immer ist es notwendig, eine sogenannte Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht zu erheben, wenn Sie sich gegen die Kündigung wehren wollen. Hierfür hat man aber regelmäßig nur 3 Wochen ab Erhalt der Kündigung Zeit. 

2. Beratung

Auch wenn man heutzutage im Internet viele Rechtstipps finden kann, so ist bei einer so wichtigen Angelegenheit eine anwaltliche Beratung empfehlenswert, da es auf Ihren individuellen Einzelfall ankommt, bei dem viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Auch wenn Sie meinen, sich einen Anwalt nicht leisten zu können, sollten Sie wenigstens eine rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Es gibt auch die Möglichkeit von Prozesskostenhilfe. Wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, würde die Staatskasse die Kosten des Anwalts übernehmen.

3. Der Anwalt überprüft die Kündigung auf Fehler

Die Überprüfung einer Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung beginnt schon mit der Form. Liegt bei Ihnen eine Schwerbehinderung oder bei Frauen eine Schwangerschaft vor, so ist der sich daraus ergebende, besondere Kündigungsschutz zu prüfen.

4. Was ist der Kündigungsgrund?

Soweit das Kündigungsschutzgesetz zur Anwendung kommt, genießt der Arbeitnehmer einen relativ starken Kündigungsschutz, wenn er bereits seit wenigstens 6 Monaten beschäftigt ist und der Arbeitgeber mehr als 10 Arbeitnehmer, ohne die Auszubildenden, hat. Bestand das Arbeitsverhältnis schon vor dem 01.01.2004, so gilt der Kündigungsschutz bereits bei mehr als 5 Arbeitnehmern. Es gibt 3 Hauptgruppen der ordentlichen Kündigungsgründe: Betriebsbedingte, Verhaltensbedingte und die Personenbedingte Kündigung.

5. Außerordentliche firstlose Kündigung und allgemeine Kündigungsfristen:

Wie bereits weiter oben angedeutet, kann bei einer schwerwiegenden Verfehlung eine Abmahnung entfallen und der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer außerordentlich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Dies kann er jedoch regelmäßig nur innerhalb von 2 Wochen ab Kenntnis der besagten schweren Verfehlungen.

Auch bei ordentlichen Kündigungen sind die Kündigungsfristen einzuhalten. Diese orientieren sich in der Regel am BGB. Jedoch können vertraglich teilweise und in gewissen Grenzen abweichende Vereinbarungen getroffen werden. Soweit Tarifvertragsrecht zur Anwendung kommt, können auch hier anderweitige Fristen gelten.

6. Meldung beim Arbeitsamt:

Sobald man eine Kündigung erhalten oder eine Aufhebungsvereinbarung unterschrieben hat, muss man sich unverzüglich, also möglichst innerhalb von 3 Tagen bei der Agentur für Arbeit melden. Es reicht erst einmal beim zuständigen Amt anzurufen und einen Termin zu vereinbaren.

7. Abfindung:

Liegt ein Kündigungsgrund nicht vor, so kommt der Arbeitgeber um die Zahlung einer Sozialabfindung kaum herum und man kann auch hier bezgl. der Höhe relativ variabel verhandeln, wenn das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten nicht fortgesetzt werden soll.

8. Beurteilung einer Kündigung und anwaltliche Beratung

Bei einer Kündigung geht es um sehr viel. Sie sollten daher nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern möglichst schnell einen Besprechungstermin mit dem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens vereinbaren, der sich im Idealfall auf das Arbeitsrecht spezialisiert hat, um hier gut aufgehoben zu sein. Um den Arbeitgeber dazu zu bewegen oder gerichtlich zu zwingen, die Kündigung zurückzunehmen, sind detaillierte Kenntnisse Voraussetzung. Wenn eine Weiterführung des Arbeitsverhältnisses nicht gewünscht wird, so ist strategisch und taktisch vorzugehen, um eine möglichst hohe Abfindung zu erreichen. 

Sollten Sie eine Kündigung erhalten haben, so stehe ich Ihnen gerne als kompetenter Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Sie erreichen mich telefonisch oder per E-Mail, um einen Besprechungstermin zu vereinbaren und das weitere Vorgehen gemeinsam zu planen. 


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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