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Kündigung – kriegstaktisch gesehen

Rechtstipp vom 23.05.2018
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Rechtstipp vom 23.05.2018
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Das Arbeitsrecht dient dem Schutz der Arbeitnehmer. Gerade im Bereich des Kündigungsschutzgesetzes ist das „Gelände“ für den Arbeitgeber ungünstig. Gerade deshalb streben viele Arbeitgeber danach, den „Geländenachteil“ auszugleichen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Härtere Waffen

Mit einer fristlosen Kündigung kann der Arbeitgeber ein sehr deutliches Signal setzen (shock and awe). Das Feuerwerk verpufft allerdings sehr schnell und der Einsatz von Bodenluftraketen ist gegen Infanterie wenig wirksam. Vor allem schneidet sich der Arbeitgeber mit der fristlosen Kündigung auch den „Nachschub“ des Auflösungsantrags ab. Dieser ist dann nämlich gesetzlich ausgeschlossen.

2. Versorgung kappen

Die Freistellung ist ein sinnvolles Instrument, wenn der Arbeitgeber die Illusion einer Weiterbeschäftigung zerstören muss. Die sofortige Freisetzung unterstreicht den Fakt der Beendigung. Dabei sollte der Arbeitgeber in der Kündigungsfrist unbedingt Urlaub und Überstunden abbauen. 

3. Situation verdeutlichen

Es ist hilfreich, wenn der Arbeitgeber seine Situation und Planung darstellt. Die harte Entscheidung für die Kündigung wird damit transparent. 

Zugleich gilt es, auch den Blick auf die Lage des Arbeitnehmers zu richten, ohne die Entscheidung infrage zu stellen (s. o. unter 2.). 

Wie ist die Lebenssituation? Welche Ressourcen lassen sich erschließen? Welche Hindernisse müssen überwunden werden?

4. Perspektiven zeigen

Ein Gegner in einer ausweglosen Situation kämpft bis zum Ende. Der Kampf um Troja ist ein gutes Beispiel – Odysseus verbrannte die Schiffe und zwang die Truppen so zum Kampf. 

Der Arbeitgeber kann den Streit entschärfen, indem er Zukunftsvisionen unterstützt. Das muss nicht unbedingt (nur) eine Abfindung sein. Ein gutes Zeugnis, Referenzen, Hilfsangebote bei der Jobsuche, freie Mitarbeit – was auch immer.

Keinen unnachgiebigen Gegner erzeugen ist die Devise. 

Für Arbeitnehmer gilt das spiegelbildlich: 

  • kein Rückzug 
  • harten Maßnahmen hart begegnen
  • keine Freistellung akzeptieren
  • eigene Ziele entwickeln
  • Ansprüche im Sinne dieser Ziele formulieren
  • bei der Umsetzung kooperieren

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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