Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Kündigung zur Urlaubszeit

(14)

Jede Kündigung ist eine empfangsbedürftige Willenserklärung. Das bedeutet, dass die Kündigung erst wirksam wird, wenn sie dem Empfänger zugeht. Im Arbeitsrecht muss die Kündigung schriftlich erfolgen. Das Kündigungsschreiben muss den Empfänger erreichen. Diesen Zugang der Kündigung muss derjenige, der kündigen will, im Streitfall beweisen. Deshalb werden Kündigungen im Arbeitsrecht häufig gegen Empfangsquittung, per Einschreiben mit Rückschein oder durch Boten zugestellt. Wird das Kündigungsschreiben in den Hausbriefkasten des Empfängers geworfen, so gilt sie als zugegangen. Denn es reicht, dass der Empfänger die Möglichkeit hat, die Kündigung zur Kenntnis zu nehmen. Er muss sie nicht tatsächlich kennen. Es reicht, wenn das Kündigungsschreiben in seinen Machtbereich gelangt ist. Das gilt auch bei Krankheit oder während der Urlaubszeit.

Das erscheint auf den ersten Blick ungerecht, hat aber seine Gründe. Denn sonst könnte ja ein Arbeitnehmer in Urlaub oder Krankheit „flüchten", wenn ihm eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses droht. Wenn eine Kündigung während der Urlaubszeit zugehen kann, hat man ein Problem mit der Klagefrist. Die beträgt nämlich bei einer Kündigungsschutzklage im Arbeitsrecht drei Wochen. Muss man erst über die Möglichkeit der Wiedereinsetzung nachdenken oder mit dem missbräuchlichen Verhalten des Arbeitnehmers argumentieren, hat man gleich schlechte Karten. Deshalb: Sorgen Sie während eines längeren Urlaubs immer dafür, dass eine Person Ihres Vertrauens eine Postvollmacht hat und auch tatsächlich guckt, ob außer Werbung vielleicht wichtige Post angekommen ist.

Infos:

Anwaltskanzlei Dr. Zacharias
Volmerstraße 5, 12489 Berlin-Adlershof
Tel.: 6392-4567


Rechtstipp vom 16.02.2012
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Dr. Ulrich Zacharias (Rechtsanwalt Anwaltskanzlei Dr. Ulrich Zacharias)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.