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Kündigungen im Hotel- und Gaststättengewerbe

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Die Corona-Krise ist nicht allein ein Stresstest für das deutsche Gesundheitssystem, auch das Hotel- und Gaststättengewerbe steht vor großen, teilweise unüberbrückbaren Herausforderungen, insbesondere seitdem der Hotel- und Gaststättenbetrieb in dieser Woche vollständig ordnungsbehördlich untersagt wurde.

Die schwierige Lage hat teilweise drastische Konsequenzen. So hat diese Woche die bekannte Steakhaus-Kette „Maredo“ einen Insolvenzantrag gestellt. In der Woche zuvor hatte bereits das Kölner Unternehmen „Vapiano“ Insolvenz angemeldet. Zugleich hatte der Vorstand des Unternehmens einen „dringenden Appell an die Bundesregierung zur schnellen Umsetzung der wirtschaftlichen Hilfen in der Covid-19-Krise“ gerichtet.

Es wäre wünschenswert, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam den Herausforderungen der Krise stellen und die Krise gemeinsam bewältigen. Doch die anwaltliche Erfahrung in wirtschaftlichen Krisensituationen hat gezeigt, dass es in solchen Phasen häufig zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.

Die gute Nachricht ist jedoch: Der Kündigungsschutz gilt auch in Krisenzeiten.

Sollte es zu Kündigungen kommen, die der Arbeitgeber mit der Corona-Pandemie begründet, können Sie sich in den meisten Fällen erfolgreich dagegen wehren.

Zunächst muss bei einer betriebsbedingten Kündigung ein sogenanntes dringendes betriebliches Erfordernis vorliegen. Die durch die Corona-Pandemie erforderlichen Schließungen von Hotels und Restaurants ist sicherlich ein solches dringendes betriebliches Erfordernis.

Allerdings müsste zum Zeitpunkt der Kündigung auch feststehen, dass der Beschäftigungsbedarf endgültig entfällt.

Dafür müssten aber die Folgen der Krise absehbar sein. Dies ist aus meiner Sicht jedoch nicht der Fall, da bisher davon ausgegangen werden kann, dass die Krise in absehbarer Zeit beendet ist. Der Arbeitgeber darf nicht „auf Verdacht“ kündigen. Der pauschale Hinweis auf die derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheiten ist kein Kündigungsgrund.

Sollten Sie eine betriebsbedingte Kündigung erhalten haben, können Sie mich gern kontaktieren


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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