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Kuhglocken, betagte Schimpansen, bedrohte Rindviecher: Tiere vor Gericht

Rechtstipp vom 12.11.2018
Aktualisiert am 25.01.2019
(31)
Rechtstipp vom 12.11.2018
Aktualisiert am 25.01.2019
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Kuhglocken, betagte Schimpansen, bedrohte Rindviecher: Tiere vor Gericht
anwalt.de kurios – skurrile Ereignisse zum Thema Recht

„Tiere sind die besseren Menschen“ heißt es manchmal. Kein Wunder also, dass ihre Fälle immer wieder vor Gericht verhandelt werden.

Depressionen wegen Kuhglocken und Krabbelviechern

„Die ganze Zeit bimmelt es – Tag und Nacht“, beschwerte sich ein Ehepaar über die Kuhglocken auf dem Nachbargrundstück. Die beiden hatten vor einigen Jahren ein idyllisches Landhaus im oberbayerischen Holzkirchen gekauft. 

Die Geräuschbelästigung, die mit der ländlichen Umgebung einhergehen kann, hatten sie anscheinend nicht bedacht. Sie zogen schließlich vor Gericht und argumentierten, wegen des Kuhglockenlärms an Schlaflosigkeit und Depressionen zu leiden.

Die Klage des geräuschempfindlichen Ehepaars wurde abgewiesen und mit einiger Häme seitens der Prozessbeobachter bedacht. Doch die Zugereisten gaben sich noch nicht zufrieden. Der Prozess wurde Anfang November 2011 am Landgericht München II fortgesetzt. 

Nun hat der Kuhglocken-Streit (vorerst) ein Ende

Heute folgte eine weitere Niederlage für das Ehepaar. Die Nutzung einer Weide von acht Kühen, die mit sechs Glocken ausgestattet sind, für vier Wochen im Jahr sei weder übermäßig belastend noch unüblich, entschieden die Richter.

Laut Medienberichten haben die Eheleute auch Pläne, gegen die Insekten vorgehen, die von dem natürlichen Düngemittel des benachbarten Bauernhofs angezogen werden. Sobald Näheres bekannt wird, werden wir selbstverständlich berichten.

Schimpansen-Senior Robby darf Zirkusaffe bleiben

Der über 40-jährige Schimpanse Robby gilt als letzter Menschenaffe in einem Zirkus. Tierschützer bestanden drauf, dass er ein Recht darauf habe, seinen Lebensabend unter Artgenossen zu verbringen.

Der kleine Kölner Zirkus Belly, in dem Robby zu Hause ist, sah das anders. Seine Mitglieder bestanden darauf, dass der Menschenaffe untrennbar zur Zirkusfamilie gehöre. Man könne ihn nicht einfach gehen lassen. Der Zirkusdirektor ging vor Gericht und gewann den Prozess Ende des vergangenen Jahres. „Ich freue mich, dass ich mein Kind behalten kann“, so der 70-Jährige gegenüber der Presse.

Ärger um hungrige Rinder im Rothaargebirge

Wisents gelten als besonders friedliebende Tiere. Ein gemeinnütziger Verein wollte die fast ausgestorbenen Rinder im Rothaargebirge wieder ansiedeln. Dummerweise entdeckten die imposanten Tiere das Grundstück eines Bauern und fraßen die Rinde seiner Buchen ab.

Der Verein soll nun dafür sorgen, dass die Rinder um seinen Besitz einen weiten Bogen machen, verlangte der Landwirt. Auch nach einer Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof Mitte November 2018 konnte der Rechtsstreit bisher noch nicht beigelegt werden. Die Richter in Karlsruhe hatten unter anderem angezweifelt, ob die Wisente überhaupt Wildtiere sind.

(JSC)

Foto : Shutterstock.com/Ollyy


Rechtstipp aus der Themenwelt Bauen und Wohnen und den Rechtsgebieten Agrarrecht, Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht, Recht rund ums Tier

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