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Lebensversicherung kündigen? Mehr Geld durch Widerruf

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Widerrufsjoker sorgt für Mehrertrag

Die optimale Altersvorsorge – ein leidiges Thema, mit dem man sich besser früher als später auseinandersetzen sollte.

Doch was ist die beste Möglichkeit, Geld anzulegen, um im Alter finanziell abgesichert zu sein? Dass es nicht die Lebensversicherung ist, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Die Rentabilität ist gering – hohen Abschluss- und Verwaltungskosten sei Dank.

Viele Verbraucher, die eine Lebensversicherung abgeschlossen haben, möchten sich gerne davon lösen, um ihr Geld anders anzulegen.

Aber wie? Kündigung? Widerruf?

Eine Fehlentscheidung zwischen diesen beiden Möglichkeiten kann teuer sein.

Widerruf gegen Lebensversicherung

Fangen wir mit dem Widerruf gegen die Lebensversicherung an. Hierbei handelt es sich um eine Möglichkeit, die nicht jedem Versicherungsnehmer zusteht.

Denn der Widerruf stützt sich auf den sogenannten Widerrufsjoker: Dem Versicherungsvertrag kann auch Jahre nach Abschluss – sogar nach erfolgter Auszahlung – widersprochen werden.

Einzige Voraussetzung: Eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung. So hat es der BGH entschieden (IV ZR 76/11, IV ZR 384/14, IV ZR 448/14).

Die fehlerhafte Belehrung ist aber nicht eine bloße Ausnahmeerscheinung. Etwa 60 Prozent der Lebensversicherungsverträge von 1994 bis 2007 enthalten eine solche.

Die Folge: Rückabwicklung

Konsequenz eines Widerrufs oder Widerrufs ist die Rückabwicklung des Vertrages oder einfach gesagt: Alles auf Anfang.

Der Versicherungsnehmer erhält die von ihm eingezahlten Prämien zurück. Auch die Abschluss- und Verwaltungskosten werden ihm erstattet (BGH 29. Juli 2015 IV ZR 384/14 IV ZR 448/14). Außerdem kann er Nutzungsersatz vom Versicherer fordern. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen stehen ihm stattdessen die erwirtschafteten Fondsgewinne zu.

Unser Rückforderungsrechner gibt Versicherten eine erste Orientierung.

Keine echte Alternative: die Kündigung

Alternativ zum Widerruf bleibt noch die Möglichkeit der Kündigung der Lebensversicherung. Nach einer Kündigung erfolgt aber keine Rückabwicklung, keine Rückzahlung der Prämien, kein Nutzungsersatz.

Der Versicherungsnehmer erhält stattdessen den Rückkaufswert. Aufgrund der typischen Konstellation bei Lebensversicherungen ist das aber eine schlechte Alternative zum Widerruf.

Mit den ersten eingezahlten Prämien finanziert der Versicherungsnehmer nämlich nur einen: seinen Berater. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten sind die Regel.

Erst nachdem diese bezahlt sind, wird auf den Rückkaufswert gezahlt. Es kann deswegen Jahrzehnte dauern, bis der Rückkaufswert den Wert der eingezahlten Prämien erreicht hat – und noch länger, bis ein lohnender Schlussüberschuss erlangt ist.

Bei einem Widerruf erhält der Kunde die Abschluss- und Verwaltungskosten zurück – bei der Kündigung nicht.

Dies kann letztlich einen Unterschied im fünfstelligen Bereich bedeuten.

Widerrufschance nutzen

Wer sich also von seinem unprofitablen Vertrag lösen möchte, sollte nicht vorschnell kündigen. Vielmehr empfiehlt es sich, zuvor fachmännisch prüfen zu lassen, ob die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist und ein Widerrufsrecht besteht.

Wir bieten eine enge Spezialisierung im Bereich des Versicherungsrechts.

Im Rahmen unserer kostenlosen Erstberatung prüfen wir Ihre Widerrufsbelehrung und beraten Sie über die Chancen eines Widerrufs.


Rechtstipp vom 22.05.2017

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