Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Lehman-Anleger - Bundesgerichtshof entscheidet erneut zu Gunsten geschädigter Anleger

Rechtstipp vom 27.11.2014
Rechtstipp vom 27.11.2014

Eine beratende Bank hat im Zusammenhang mit der Empfehlung von Lehman-Zertifikaten über das beim Vertrieb von „Garantiezertifikaten“ bestehende Sonderkündigungsrecht ungefragt aufzuklären. Der Bundesgerichtshof hat eine solche Aufklärungspflicht in zwei Verfahren bejaht.

Beide Entscheidungen sind beim Bundesgerichtshof noch nicht in gedruckter Form erhältlich. Der Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes vom 25.11.2014 lässt sich zusammengefasst folgender Sachverhalt entnehmen:

Nach den Anleihebedingungen der Emittentin sollte diese am Laufzeitende unabhängig von der Entwicklung der Basiswerte mindestens 100% des eingezahlten Kapitals an den Anleger zurückzahlen. In den Anleihebedingungen wird der Emittentin ein Sonderkündigungsrecht aus unterschiedlichen Gründen eingeräumt. In diesen Fällen erhält der Anleger einen Rückzahlungsbetrag, der von einer Berechnungsstelle ausgehend von dem marktgerechten Wert der Zertifikate abzüglich angemessener Aufwendungen und Kosten berechnet wird. Aus den Anleihebedingungen ergibt sich außerdem, dass der vorzeitige Rückzahlungsbetrag möglicherweise unter dem Nennbetrag liegen oder sogar Null betragen kann.

Auf dieses vorstehend beschriebene Sonderkündigungsrecht der Emittentin und die daraus entstehenden Rechtsfolgen wurden die Kläger von den beklagten Banken nicht hingewiesen. Die Anleihebedingungen erhielten die Kläger ebenfalls nicht ausgehändigt. Der Bundesgerichtshof vertritt in beiden Verfahren die Auffassung, dass die beklagte Bank aufgrund der versäumten Aufklärung über das Sonderkündigungsrecht und dessen Rechtsfolgen ihre Pflichten aus dem Anlageberatungsvertrag verletzt hat. Die Empfehlung der Zertifikate war nicht anlagegerecht. Die beklagte Bank hätte über das Sonderkündigungsrecht, welches zu einem Totalverlust des Kapitals führen kann, ungefragt aufklären müssen. Die geschädigten Anleger haben daher einen Anspruch auf Schadensersatz.

Für eine individuelle Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Rechtsanwalt

Daniel Koch


Rechtstipp aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Zivilrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors